Er prägte das Franziskanerkloster in Bludenz wie kaum ein anderer

Heinz Seeburger zieht sich nach 30 Jahren als Klostervater der Bludenzer Franziskaner zurück.
Bludenz Als sich Ende der 1980er-Jahre die Kapuziner Mangels Nachwuchses aus Bludenz verabschieden mussten, begab man sich in der Alpenstadt auf die Suche nach einer Ordensgemeinschaft, die das bestehende Kloster weiterführen konnte. Als geschäftsführender Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Heilig Kreuz war Heinz Seeburger damals eng in die Suche mit eingebunden. „Es wurden unter anderem alle Deutschen Orden kontaktiert“, erinnert sich Seeburger zurück. Fündig wurden man schließlich aber im Land, denn die Franziskaner in Bezau, die dem Orden in der Provinz Posen in Polen unterstellt waren, meldeten ihre Bereitschaft an, nach Bludenz zu kommen.
Renovierung in zwei Etappen
Noch heute erinnert sich Seeburger gerne an das erste gemeinsame Treffen mit Pfarrer Ferdinand Hiller und den Franziskanerpatres Adrian und Wenzeslaus. Seit diesem Tag ist der langjährige Klostervater den Franziskanern eng verbunden.

Sein ehrenamtliches Engagement war all die Jahre mit sehr viel Arbeit verbunden. So galt es in den Anfangsjahren die Renovierung des Klosters, das 21 Pfarrgemeinden in der Region gehört, in die Wege zu leiten. „Gemeinsam mit Vertretern dieser Pfarrgemeinden und Architekt Ralph Dablander wurden die Sanierungsmaßnahmen ausgearbeitet“, sagt Seeburger. In den Jahren 1992 und 1993 wurde der Wohntrakt runderneuert, zwei Jahre darauf die Kirchensanierung (95/96) realisiert.
Öffnung des Klosters
Ein großes Anliegen war Seeburger und den Franziskanern von Anbeginn die Öffnung des Klosters für die Bevölkerung. Tägliche Gottesdienste, Beichtangebote sowie verschiedene weitere religiöse Angebote wurden fix in den Klosterablauf integriert. 1996 erfolgte schließlich die feierliche Einweihung des Klosters. „Noch im selben Jahr kam die WIGE Bludenz unter Obfrau Inge Neier mit der Idee eines Klostermarktes in der Altstadt auf uns zu. Wir haben diese gerne aufgenommen und bereits bei der Premiere waren 30 Klöster bei uns zu Gast“, freut sich der engagierte Bludenzer.

Neben dem Klostermarkt wurden gemeinsam mit den Franziskanerpatres, allen voran Pater Wenzeslaus, viele weitere Angebote aufgebaut. So gehören die von Chören musikalisch gestalteten Fastengottesdienste ebenso zu den Fixpunkten wie das Klosterfest in Juni, das Jahr für Jahr bis zu 500 Gäste in den Klostergarten lockt. „Auch die Adventbesinnung, das Singen vor der Krippe sowie der Adventmarkt, in dessen Rahmen seit 13 Jahren bedürftige Familien in der Region unterstützt werden, haben einen fixen Platz im klösterlichen Jahreskalender“, freut sich Seeburger über das umfangreiche spirituelle Angebot im städtischen Kleinod.
„Wir haben einen Ort geschaffen, an dem Leute innehalten können oder das Gespräch mit den Patres suchen“, blickt er zufrieden auf die vergangenen Jahre zurück. Beim Einstimmungsgottesdienst im Rahmen der 25. Auflage des Klostermarktes wird sich Heinz Seeburger heute aus der ersten Reihe zurückziehen und die Agenden des Klostervaters seinem langjährigen Wegbegleiter und Freund Bertram Bolter übergeben.
Wertschätzung und Hilfe
Die Wertschätzung und die große Unterstützung seitens der Bevölkerung, aber auch die Mithilfe zahlreicher Freiwilliger hätten ihm die nötige Kraft gegeben, das arbeitsintensive Amt („In einem 370 Jahre alten Kloster, fällt immer wieder etwas an“) so lange zu bekleiden. „Nun freue ich mich, mit Bertram Bolter einen geeigneten Nachfolger gefunden zu haben, der die Abläufe bereits kennt. Er kann sich auf ein gutes Team im Haus verlassen und natürlich hoffe ich weiterhin auf die gute Unterstützung der vielen Klosterfreunde in der Region.“


25. Klostermarkt
Donnerstag, 2. September
19 Uhr Einstimmungsgottesdienst mit Generalvikar Dr. Hubert Lenz
Musikalisch gestaltet vom Franziskanerchor
Freitag, 3. September
10 Uhr Eröffnung des 25. Klostermarktes beim Nepomukbrunnen.
Markt bis 19 Uhr
Samstag, 4. September
Fortsetzung des Klostermarktes
von 9 bis 16 Uhr