Klostertal Museum zeigt Geschichten über Auswanderer

Wald am Arlberg Der Museumsverein Klostertal beschäftigte sich im Zuge der Arbeiten zur aktuellen Ausstellung nicht zum ersten Mal mit dem Thema „Migration“. Während in einer der vergangenen Ausstellungen die Zuwanderung aus dem Trentino ins Klostertal beleuchtet wurde, so geht es nun um die Migrationsbewegungen der Klostertaler Bevölkerung aus dem Tal hinaus.
Die Ausstellung „Nach Westen“ bringt die Besucher durch biografische Beispiele auf die Spuren der Auswanderer. Die Beweggründe der Auswanderungen zeigten sich in klimatischen Bedingungen, im Erbrecht oder – für die meisten Auswanderer – in der existenziellen Not. Die Menschen waren auf der Suche nach besseren Lebensumständen. „Dies ist mit den heutigen Migranten vergleichbar. Diese Ausstellung soll ein Zeichen sein, diese besser zu verstehen“, so Obmann Christof Thöny.
Neue Heimat
Die Infos und Fotos, die Obmann Christof Thöny und sein Team in mühevoller Arbeit zusammengetragen haben, zeigen Details zu den Zielgebieten sowie die Art der Arbeit und die Dauer der Auswanderungen. Forschungen ergaben, dass es sowohl dauerhafte Auswanderer als auch Saison-Auswanderer gab. Der Großteil der Menschen, die das Klostertal verließen, wanderte nach Westen aus. So machten sich z. B. in den Jahren 1860 bis 1900 50 Männer aus dem Klostertal auf in die Schweiz, um dort eine neue Heimat zu finden. Zu den Saison-Auswanderern zählten z. B. die Schwabenkinder.
Auf den 15 Ausstellungstafeln werden die verschiedenen Aspekte der Auswanderungen angesprochen. In einem Film wird die Amerika-Auswanderung veranschaulicht. Mit dem Beginn des Baus der Arlbergbahn nahmen die Auswanderungen ein Ende. Bürgermeister Hans Peter Pfanner bedankte sich beim Museumsverein Klostertal für die wertvolle Arbeit, die die Geschichte des Klostertals immer wieder eindrucksvoll in die Öffentlichkeit rückt.
Datenbank über Auswanderungen
Pfanner bedankte sich in seiner Eröffnungsrede auch bei den Besuchern, die durch ihr Dasein die Arbeit des Museumvereins wertschätzen und ihr Interesse an der Geschichte des Klostertals zeigen. Zur Archivierung erstellt der Museumsverein Klostertal eine Datenbank über die verschiedenen Auswanderungen. Für die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung sorgten die Posaunisten Lukas Ludescher und Pius Halbeisen. DOB