Seepolizei: Keine Flaute für „V 20“

Vorarlberg / 21.08.2021 • 12:00 Uhr
Seepolizei: Keine Flaute für „V 20“
Seepolizei-Kommandant Bernhard Aigner (l.) und Bernhard Martin auf dem Deck des Einsatzbootes „V 20“. Stiplovsek

Wie Vorarlbergs Schifffahrtspolizei über Ordnung und Sicherheit auf dem Bodensee wacht.

Hard Während ihre Kollegen an Land den Verkehr kontrollieren, nehmen die Beamten der Seepolizei Hard mit ihrem Boot „V 20“ Kurs auf den Schiffsverkehr auf den Wellen des Bodensees.

Kommandant Bernhard Aigner: „Wir sind genauso verkehrsrechtlich unterwegs.“ Denn alles, was sich auf den Straßen ereignet, kann auch auf dem Bodensee passieren. Kollisionen, Brände von Wasserfahrzeugen, Alko-Unfälle, Verletzte. Oder aber auch Todesopfer.

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Trügerischer Bodensee

Natürlich herrschen auf dem Wasser des schwäbischen Meeres etwas andere Bedingungen. „Der Bodensee ist eine Herausforderung, denn er ist von trügerischer Natur. Da kann es jetzt friedlich sein und schon innerhalb einer Stunde ein tobender Sturm brausen“, sagt Aigner aus Erfahrung. Seenoteinsätze sind dann so gut wie vorprogrammiert. Das ist mitunter ärgerlich. „Weil Schiffsführer die Situation immer wieder falsch einschätzen“, begründet der Bootskommandant.

Doch das „V 20“-Einsatzboot ist für alle Fälle bestens ausgerüstet. Da können die Wogen noch so hochschlagen. Mit seinen beiden 750 PS starken Motoren bringt es das Schiff bis zu einer verhältnismäßig hohen Geschwindigkeit von 46 km/h. Das beinahe 21 Meter lange Boot ist für sämtliche Einsatzlagen gerüstet. Es verfügt über eine Deckwaschpumpe zum Löschen von Bränden sowie eine Tauchpumpe, um Wasser aus lecken Booten abzupumpen. Für Einsätze im Flachwassergebiet wird das Patrouillenboot „Ulan“ gewassert. Direkt von Bord des „V 20“.

Seepolizei: Keine Flaute für „V 20“
Am Ein-Mann-Steuerstand: High-Tech erlaubt hier den Überblick in jeder Einsatzlage.

Hightech an Bord

Das Hightech-Equipment an Bord ist beeindruckend. Der Ein-Mann-Steuerstand ist unter anderem mit einer elektronischen GPS-Karte zur Orientierung ausgestattet, Bildschirmen zur Radarbeobachtung in den Nachtstunden und natürlich einem Echolot. Auf eine neue Errungenschaft blickt Kommandant Aigner besonders stolz: „Wir verfügen über eine Wärmebildkamera, die eine Sichtung bei Nacht wie bei Tag ermöglicht.“

Ebenso an Bord verstaut ist die Einsatzausrüstung, die von Neoprenhelmen, ABC-Ausrüstungen, Nachtsichtgeräten, Ferngläsern bis hin zur ballistischen Schutzausrüstung reicht.

Voraussetzungen

Der Seedienst in Hard wird in der Hauptsaison mit acht, in der Nebensaison (Winter) mit fünf Leuten besetzt. Wer von der Polizei auf diesem besonderen Posten „ufern“ und die Situation auf dem Bodensee ins Lot bringen will, kommt in der Regel aus anderen Inspektionen und bringt bereits ausreichend polizeiliche Erfahrungen mit.

Voraussetzungen sind hier natürlich Schifferpatent, Helfer- und Rettungsschein. Dann geht es an die Aufgabe des Seedienstes, der sich nicht nur auf den österreichischen Vollzugsbereich von Lochau bis Gaissau erstreckt, sondern im Bedarfsfall in Kooperation mit der internationalen Schifffahrtspolizei auf den ganzen See, wie Aigner betont: „Auf dem Wasser wird zusammengearbeitet – und zwar grenzenlos.“     

Seepolizei: Keine Flaute für „V 20“
„V 20“: Das Einsatzboot der Seepolizeiinspektion Hard geht auf Kurs.