Restaurant auf dem Berg mit langer Bregenzer Geschichte

Bereits 1740 wurden die ersten Gäste auf dem Gebhardsberg betreut.
Bregenz Die Gaststätte des Burgrestaurants, wie man sie heute kennt, gibt es auf dem Gebhardsberg in Bregenz erst seit 1964. Bei den Abriss- und Aufbauarbeiten wurde damals auch eine Kanone aus dem 30-jährigen Krieg gefunden und in die Ritterstube eine gotische Decke aus Rankweil eingebaut, die zuvor in der Stubensammlung des Landesmuseums lag. An die Kaiserin Maria Theresia erinnert ein nach ihr benanntes Zimmer mit ihrem Bild.
Bau der Burg vor 1097
Die Geschichte der Burg auf dem Gebhardsberg geht natürlich viel weiter zurück: Mit dem Bau der Burg wurde von den Grafen von Bregenz vor 1097 begonnen, nachdem Bregenz vom Abt von St. Gallen zerstört worden war. Sie hatte ursprünglich keinen Turm. 1143 ging die Burg an die Grafen von Pfullendorf über. 1170 kam sie an den Pfalzgraf Hugo von Tübingen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1209. Durch Verkauf ging 1451 der obere und 1523 der untere Burgteil an die Habsburger, die die Burg zum Sitz österreichischer Vögte machten.
Geschichte des hl. Gebhard
Am 8. August 949 soll der hl. Gebhard auf der Burg zur Welt gekommen sein. Seine Mutter Dietburga von Zähringen starb bei seiner Geburt. Wohl auch deshalb brachte ihn sein Vater schon früh zu Bischof Konrad in die Konstanzer Klosterschule. Er wurde Priester und 979 zum Bischof gewählt. Bei der Teilung des Erbes setzte sich Gebhard gegen seine Brüder sehr energisch durch, verwendet aber seinen Erbteil nicht für sich selbst, sondern für das Münster und für die Abtei Petershausen, die er 983 als Stützpunkt für seine Reformbestrebungen mit zwölf Mönchen aus Einsiedeln gründet, das sich schon vorher der Reformbewegung von Gorze angeschlossen hatte. So wurden in Petershausen, im Gegensatz zu Reichenau und St. Gallen, auch Nichtadelige aufgenommen. Gebhard starb am 27. August 995. 1134 wurden seine Gebeine erhoben, nämlich „zur Ehr der Altäre“, was den späteren Akten der Heiligsprechung gleichkam.
Burg wurde zur Festung
Anfang des 17. Jahrhunderts baute man die Burg zur Festung aus. 1647 gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs übergab der Zürcher Oberst Äscher die Burg kampflos an die Schweden, die sie mit fünf Minen sprengten.
1670 zog der erste Eremit in die Ruine. Und damit begann die Wallfahrt auf dem Gebhardsberg. 1723 wurde das Kirchlein zu Ehren St. Georgs und des hl. Gebhard geweiht.
Erste Verpflegung der Gäste
1740 wurde das Mesnerhaus gebaut und weil die Pilger Hunger und Durst verspürten, begann damit auch die Geschichte der Bewirtung am Gebhardsberg. Weil die Wallfahrt so florierte, wurde 1764 sogar eine Pfarrvikarie errichtet. 1791 brannte die Kapelle ab, wurde aber im selben Jahr neu errichtet. 1811 erfolgte der Antrag zur Errichtung eines „Belvederes“ auf dem südlichen Rondell des neu aufgebauten Mesnerhauses. 1821 schenkten die Mönche des aufgehobenen, einst von Gebhard gegründeten Klosters Petershausen bei Konstanz die Armreliquie des hl. Gebhard. Und 1841 wurde ein Balkon an der Gastwirtschaft ausgeführt.
1887 berichtete die Vorarlberger Landes-Zeitung über Pläne, den Gebhardsberg mit einer Drahtseilbahn zu erschließen.
Stadt wird Eigentümerin
Am 1. Jänner 1865 wurde die Stadt Bregenz Eigentümerin der Ruine. 1878 erfolgten ein Ausbau der Gastwirtschaft und eine Aufstockung der Türme, 1903 wurde die Gastwirtschaft an der Ostseite erweitert. Anton Ibele pachtete ab 1. November 1908 die Gastwirtschaft von der Stadtgemeinde Bregenz für fünf Jahre. Darin verpflichtet sich der Pächter, „kalte und warme Speisen in genügender Auswahl und bester Qualität zu verabreichen und außer Weiß- und Rotwein auch Flaschenbier zu führen. Die Preise dürfen die in Bregenz ortsüblichen Preise nicht überschreiten. Die Speise- und Getränkekarte ist dem Stadtrat zur Genehmigung vorzulegen.“
Neustart im Jahr 1964
Zwischen 1939 und 1944 dachte der damalige Bregenzer Bürgermeister Carl Solhart über einen Gesamtausbau der Burgruine nach. Am 4. Juni 1941 berieten die Bregenzer Ratsherren über den Ankauf der Mesnerhauses am Gebhardsberg. 1964 schließlich fiel die Entscheidung, das 1740 erbaute Mesnerhaus abzureißen und einen Neubau in der heutigen Form in den westlichen Ruinenteilen zu errichten. Nach einigen Pächterwechseln übernahm Christian Greber das Burgrestaurant auf dem Gebhardsberg im Jahre 1988, das er heute
gemeinsam mit seinen Töchtern Manuela und Daniela führt. 2006/07 wurde der Montfortsaal renoviert und 2017 die Aussichtsterrasse erneuert. Fst

