Mehr Lkw-Verkehr als vor der Krise

In immer mehr Bereichen normalisieren sich die Entwicklungen.
SCHWARZACH Krise? Welche Krise? Zumindest beim Lkw-Verkehr herrscht längst wieder „Normalität“. Auf der Rheintalautobahn waren bei der Zählstelle Schwarzach im Juni durchschnittlich 4185 Schwerfahrzeuge mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von mehr als dreieinhalb Tonnen unterwegs; und zwar in beide Fahrtrichtungen. Das ist einer Asfinag-Statistik zu entnehmen. Ein Blick zurück in die Vergangenheit zeigt, dass das ein neuer Juni-Spitzenwert ist. 2018 hatte es sich ebenfalls um mehr als 4000 gehandelt; aber nur um 4019, um genau zu sein. 2019 waren es 3907. Dann kamen Corona und ein Lockdown, der zu einem Einbruch auf 3690 Lastkraftwagen im vergangenen Jahr führte. Mit den nunmehrigen 4185 ist die Krise in diesem Bereich jedoch mehr als überwunden.
Weniger Autos und Motorräder
Das ist insofern bemerkenswert, als sie im Verkehrsaufkommen bei Kraftfahrzeugen mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen noch immer sichtbar ist. Mit durchschnittlich 45.633 pro Tag wurden auf der A14 bei der Zählstelle Schwarzach im Juni noch immer um 14 Prozent weniger Autos und Motorräder registriert als im Juni 2019. Im vergangenen Jahr hatte sich das Aufkommen gegenüber dem Vor-Corona-Niveau beinahe halbiert.
„Das Ergebnis bei Schwarzach passt zum Bundestrend, wonach sich der Individualverkehr generell langsamer normalisiert, während schon 2020 beim Lkw-Verkehr die Einbrüche viel geringer waren und jetzt sogar ein Plus herrscht“, berichtet Asfinag-Sprecher Christoph Pollinger den VN. Bei den Personenkraftwagen sei die Entwicklung etwa auf reduzierte Reisetätigkeiten und Homeoffice zurückzuführen. Bei Lastkraftwagen sieht die Nationalbank hingegen einen Hinweis darauf, dass die Industrie vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen ist: Es wurde weiter produziert, also gab es auch entsprechend viel zu transportieren.
Normalisierung in vielen Bereichen
Mobilitätsdaten, die das Technologieunternehmen Google für Vorarlberg führt, weisen auf eine Erholung auch in anderen Bereichen hin: Vor der Urlaubszeit herrschte an Arbeitsstätten schon fast wieder so viel Betrieb wie vor dem ersten Lockdown im März 2020. Zuletzt, als viele Beschäftigte auf Urlaub waren, war das Niveau wiederum höher als im vergangenen Sommer. In Sektoren wie „Bahnhöfe und Haltestellen“, die für den öffentlichen Verkehr stehen, sowie „Einzelhandel und Freizeit“ ist ebenfalls eine Normalisierung eingetreten. Im ersten Lockdown ist das Leben hier aufgrund zahlreicher Beschränkungen erlahmt. Laut Google waren um bis zu 80 Prozent weniger Menschen unterwegs als im Vergleichszeitraum Jänner, Anfang Februar 2020. Doch das ist Geschichte.