Finanzspritze für die Bergbauern

Vorarlberg / 12.08.2021 • 18:15 Uhr
Finanzspritze für die Bergbauern
Die Bergbauern arbeiten unter schwierigen Bedingungen wie steile Hangflächen.  VLK

Ausgleichszahlungen für Betriebe mit Standortnachteilen.

Dünserberg Rund 40 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe in Vorarlberg sind im alpinen Bereich angesiedelt. Das bedeutet, dass es Betriebe mit extremen Standortnachteilen sind, die das Land Vorarlberg nun ausgleichen will. Da die Bergbauern unter erschwerten Bedingungen wie steile Hangflächen und extremen klimatischen Verhältnissen arbeiten, ist es dem zuständigen Landesrat Christian Gantner ein wichtiges Anliegen die Berglandwirtschaft bestmöglich zu fördern.

Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger, Landwirt Markus Hartmann und Landesrat Christian Gantner (v. l.).
Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger, Landwirt Markus Hartmann und Landesrat Christian Gantner (v. l.).

Unter dem Dach unterschiedlicher Förderungen erhalten die Bergbauernbetriebe Zuschüsse: rund vier Millionen Euro werden für tierhaltende Betriebe bereitgestellt. In Vorarlberg haben nur noch ein Drittel der Betriebe ihre eigenen Milchkühe. Weitere zwölf Millionen Euro werden aus dem Österreichischen Programm für ländliche Entwicklung ausbezahlt – 2,5 Millionen Euro steuert das Land bei. Aus sogenannten Landesausgleichszulagen erhält Vorarlberg innerhalb des EU-Beihilfenrahmens rund 3 Millionen Euro und die Republik bezahlt rund 90.000 Euro für artenreiche Bergmähwiesen. Alle diese Summen werden jährlich ausgezahlt und teilen sich auf 2800 Vorarlberger Bergbauernbetriebe auf. Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger lobt die Zusammenarbeit mit dem Land Vorarlberg: „Für das steile Gelände werden spezielle, teure Maschinen benötigt. Deswegen ist es für die Bergregionen auch in Zukunft wichtig, Ausgleichszahlungen zu erhalten.“ Landwirt Markus Hartmann bewirtschaftet mit seinem Betrieb in Dünserberg auf 1200 m Seehöhe rund 60 Hektar Fläche. Auf seinem Hof leben vier Generationen gemeinsam unter einem Dach. Er thematisiert auch den Klimawandel: „Im Berggebiet ist es schwierig zu sagen, ob wir die Auswirkungen direkt spüren. Was wir aber bemerkt haben ist, dass es längere Regen- und Trockenphasen gibt.“ Zum Abschluss hat Moosbrugger noch einen Tipp für den Klimawandel parat: „Ich kann nur dringend vom Fleischverzicht abraten. Es ist besser regionales Fleisch zu kaufen – auch wenn es etwas teurer ist.“

Die steilen Hänge benötigen spezielle Maschinen.
Die steilen Hänge benötigen spezielle Maschinen.