Kiesabbau: Es bleibt unruhig im Sauwinkel

Vorarlberg / 05.08.2021 • 08:00 Uhr
Kiesabbau: Es bleibt unruhig im Sauwinkel
Altach unterstützt die Ausbaupläne des bislang im Sauwinkel tätigen früheren ÖVP-Politikers Franz Kopf. Die Götzner Opposition möchte zumindest einen genaueren Blick auf die Alternative durch Nickel werfen. VN/Steurer

Mäder kündigt Widerstand gegen Nickel an, dieser sucht die öffentliche Debatte.

Altach, Götzis Das Kiesprojekt der Nickel Holding sei in seiner bekannten Form abzulehnen und werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft, erklärt Mäder in den sozialen Netzwerken. Grund dürfte die Angst vor mehr Schwerverkehr sein. Patrik Nickel scheut die Debatte nicht: Durch Synergien könne er garantieren, dass es faktisch nur einige wenige Lkw mehr am Tag sein würden. Mäder müsse bedenken, dass das Kies zu und der Aushub von Bauprojekten in Mäder immer per Lkw transportiert wird – und nach dieser Kirchturmlogik auch Götzis unter dem Industriegebiet Mäder leiden würde, erklärt er online

Nachdem Götzis gegen die Stimmen der ÖVP vor einem Monat die Unterstützung des Altacher Kiesprojektes aussetzte, um Alternativen zu prüfen, ist die Debatte um den Kiesabbau im Sauwinkel neu entbrannt. Nickel betont, dass sein Projekt ökologischer sei, dank solarbetriebener unterirdischem Förderband, kurzen Wegen und begrünter Halle. Hinzu kommt, dass die Anbindung zu den Landes- und Bundesstraßen bereits vorhanden und kürzer seien, während der gewünschte Autobahnanschluss für Kopf Kies+Beton gescheitert sei. Außerdem würde Götzis davon finanziell stärker profitieren, Altach jedoch Einbußen hinnehmen müssen.

Götzis könnte mit dem Beschluss Altach und Kopf Kies+Beton einen weiteren Bärendienst erwiesen haben: Wenn sie sich als Grundeigentümer aus dem gemeinsamen Projekt zurückzieht, stünde eventuell der bereits genehmigte Gewinnbetriebsplan auf der Kippe. Nach dieser Interpretation müsste dann ein neuer Bescheid beantragt werden, selbst wenn sich Götzis für Kopf als Abbauer entscheidet im Herbst. Für Altachs Bürgermeister Markus Giesinger sind dies jedoch voreilige Schlüsse. Allein schon, da Götzis nur beschlossen habe, nun beide Projekte zu prüfen. Die Interpretation, dass mit dieser Entscheidung der Bescheid nichtig sei und man daher quasi wieder bei null sei, teilt er nicht. Der Bescheid zum Gewinnbetriebsplan sei vielmehr weiterhin gültig, hier ändere sich nichts durch die Gespräche mit beiden Projektbetreibern. Giesinger warte daher nun weitere Signale aus Götzis ab, um dann das Gespräch wieder zu suchen.

Über der Debatte schwebt das definierte öffentliche Interesse des Landes, Kies im Land und möglichst nah an den Verbrauchern abzubauen, dabei aber Anrainer und Grundwasser schonen zu wollen.

Altach unterstützt die Weiterführung des Kiesabbaus durch Kopf Kies+Beton. Dessen Eigner, Franz Kopf, legte, um Interessenskonflikten vorzubeugen, seine politischen Ämter wie jenes des Vizebürgermeisters von Altach zurück. Die neue Bewilligung des Kiesabbaus im Sauwinkel wurde notwendig, da die bisher genehmigten Abbauflächen ausgebeutet sind.