Illwerke/VKW plante seit 2019 Einstieg in PV-Markt

Ohne Einstieg könnte man Kunden verlieren, sagt Wallner.
Bregenz Vor einigen Wochen gingen Vorarlbergs Fotovoltaik (PV)-Anbieter in die Offensive. Schon länger ärgern sie sich über die Markteingriffe des landeseigenen Energiedienstleisters Illwerke/VKW. Als der Konzern das PV-Unternehmen Doma kaufte, hatte die Branche genug. In einem offenen Brief klagten Vertreter der Unternehmer über unfairen Wettbewerb, Marktmissbrauch und Preisdumping. Die PV-Branche forderte den Ausstieg von Illwerke/VKW aus diesem Geschäft. Politisch folgte das, was in so einem Moment oft erfolgt. Die Opposition stellt parlamentarische Anfragen. Nun sind die Antworten da: Bereits 2019 diskutierten die Illwerke/VKW über den Einstieg ins PV-Geschäft.
Die Neos wollten zum Beispiel von Landeshauptmann Markus Wallner wissen, wie die Aufgaben des Landesunternehmens auf dem PV-Markt lauten. Dazu zählen die Erleichterung der PV-Errichtung und Netzeinspeisung, PV auf Sonderflächen, auf öffentlichen Gebäuden und auf Neubauten. Außerdem schreibt Wallner: “Würde die Illwerke/VKW die sich ergebenden Marktchancen nicht nutzen, würden es Mitbewerber tun, mit der Konsequenz, dass die Illwerke/VKW Kunden verlieren könnte.” Eine Einschränkung sei mit dem Aktienrecht nicht in Einklang zu bringen.
Bereits Mitte 2019 habe man den Einstieg in den Bau von PV-Anlagen erörtert. Im Geschäftsjahr 2020 gab der Aufsichtsrat ein Budget dafür frei. In der Anfragebeantwortung an die FPÖ berichtet Wallner über den Einstieg bei Doma: “Am 26. März 2021 wurde der Beirat der “energielösung4all GmbH”, eine Tochtergesellschaft der Illwerke/VKW, erstmals über die Pläne einer Kooperation informiert und der Aufsichtsrat der Illwerke/VKW in seiner Sitzung am 18. Juni 2021. Die Aufsichtsratsmitglieder haben am 29. Juni 2021 einer Beteiligung einstimmig zugestimmt.” Ob weitere Aktivitäten auf dem Markt geplant sind? Antwort: Für Illwerke/VKW sei es notwendig, die Marktchancen zu nutzen.