Hochwasser 2005 in Lech: Regen beschert beklemmende Gefühle

Der langjährige Lecher Bürgermeister Ludwig Muxel blickt zurück auf 2005.
Lech Als am Dienstagabend schwere Regenwolken über Lech aufzogen und es wie aus Kübeln zu schütten begann, machte sich bei Ludwig Muxel ein beklemmendes Gefühl breit. Sofort kochten die Erinnerungen an das Jahrhundert-Hochwasser von 2005 wieder hoch. Erst recht, als die verheerenden Ausmaße der Überflutungen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden bekannt wurden. „Es war schlimm bei uns, sehr schlimm“, blickt der langjährige Gemeindechef zurück, aber er weiß zu relativieren: „Was anderswo derzeit abgeht, ist extrem und um vieles Schlimmer.“ In Lech waren damals an die 20 Hotels und Pensionen massiv betroffen, der Schaden belief sich auf rund 100 Millionen Euro. Inzwischen sichern Verbauungen Menschen und Gebäude vor weiterem Unbill. Ob es reicht? Muxel weiß nur eines sicher: „Die Natur lässt sich nicht einengen.“
Das Unglück brach in der Nacht vom 22. auf den 23. August 2005 über das Land herein. In allen Talschaften kam es zu Überschwemmungen und Murenabgängen. Zwei Menschen starben in den Fluten, andere mussten über Luftbrücken versorgt oder gar evakuiert werden. Überall Bilder der Zerstörung, überall Schlamm und Dreck. In Lech hatte der normalerweise harmlose Zürser Bach eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und die Trinkwasserleitung zerstört. Doch in der Not rücken die Menschen zusammen. Das taten sie wie selbstverständlich auch in der Arlberggemeinde. Es wurde geholfen, wo Hilfe notwendig war. Auch das ist Ludwig Muxel noch in lebhafter Erinnerung, und auch dafür ist er heute noch dankbar.
Millionen verbaut
Um solche schwerwiegenden Schadensereignisse durch den Zürser Bach zu vermeiden bzw. wenigstens zu minimieren, errichtete die Wildbach- und Lawinenverbauung 2008 am Ortseingang ein großes Geschiebeauffangbecken. Außerdem bekam der Bach mehr Platz eingeräumt, Gebäude wurden mit Schutzwasserbauten gesichert. „Land und Bund verbauten Millionen“, sagt Ludwig Muxel. Die Gemeinde wiederum investierte in den Klimaschutz. Vier Heizkraftwerke ersetzen jährlich 8,5 Millionen Liter Heizöl. Mit dem 1997 installierten Ortsbus erfolgte eine deutliche Verkehrsberuhigung. Muxel verweist noch auf das autofreie Zugertal, in das vorher bis zu 600 Fahrzeuge täglich bretterten, das ebenfalls autofreie Oberlech und die kürzlich erlassene Investorensperre. Es sei schon viel getan worden. Zum Schluss kommt er ins Sinnieren: „Das Risiko durch Schnee und Lawinen lässt sich gut einschätzen, das Wasser ist unberechenbar.“