Rankweil legt Finanzen 2020 ad acta

Rechnungsabschluss der Marktgemeinde entspricht coronabedingten Geldeinbußen anderer Kommunen.
RAnkweil Einstimmig beschlossen hat die Rankweiler Gemeindevertretung den von Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall mit allen Fraktionen diskutierten Rechnungsabschluss. Vorgelegt hatte ihn die Gemeindechefin in der Sitzung am Dienstag, investiert wurden über 8,44 Millionen Euro – und zwar vorwiegend in Bildung und Infrastruktur.
Bei der Kommunalsteuer und den Ertragsanteilen – Gelder also, die die Marktgemeinde vom Bund erhält – gab es aufgrund der Coronapandemie erhebliche Einbußen. Beide Einnahmequellen sanken gegenüber dem Voranschlag um 1,6 Millionen Euro – das entspricht einem Minus von rund sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Demgegenüber stehen hohe Fixkosten, welche wenig Spielraum für Einsparungen zuließen, denn: „Die grundlegenden Aufgaben einer Gemeinde müssen funktionieren. Da lässt sich nicht viel kürzen“, erklärt Wöß-Krall und betont: „Trotz der schwierigen Finanzsituation haben wir insgesamt positiv mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen. Wir haben vernünftig gehaushaltet, fast alle geplanten Projekte umgesetzt und somit auch die Wirtschaft unterstützt.“ Im Gegenzug sei die vergleichsweise stabile Situation vor allem der gesunden Wirtschaft in der Gemeinde und dem vorausschauenden Handeln der vergangenen Jahre zu verdanken. Zu den gesunkenen Einnahmen durch die Kommunalsteuer musste man laut Wöß-Krall auch Ausfälle bei der Gästetaxe, der Kinderbetreuung oder der Vermietung von Räumlichkeiten hinnehmen.

„Die grundlegenden Aufgaben müssen funktionieren. Da lässt sich nicht viel kürzen.“
Katharina Wöß-Krall
Bürgermeisterin Rankweil
Ausgaben und Investitionen
Die Transferzahlungen – Aufwendungen unter anderem für den Spitals- und Sozialfonds, auf welche die Gemeinde keinen direkten Einfluss hat – sind im Vergleich zum Jahr 2019 um 0,44 Millionen Euro angestiegen. Die 2020 durchgeführten Investitionen von rund 8,44 Millionen Euro wurden aus Eigenmitteln, Fördermitteln des Landes bzw. des Bundes in der Höhe von rund 2,25 Millionen Euro sowie durch die Aufnahme von Fremdmitteln in Höhe von 3,40 Millionen Euro finanziert. Knapp 4,56 Millionen Euro flossen in Schulen und Kinderbetreuung, etwas mehr als eine Million Euro in den Straßenbau und weitere rund 2,5 Millionen Euro in die Sanierung der Kanalisation, den Erwerb von Immobilien oder in die Gebäudesanierungen.
Investitionsförderung des Bundes
Etwas Erleichterung brachte im Corona-Jahr 2020 die Investitionsförderung des Bundes von einer Milliarde Euro für Städte und Gemeinden. Davon entfielen auf Vorarlberg rund 43,5 Millionen Euro, davon wiederum hat Rankweil einen Betrag von rund 1,3 Millionen Euro erhalten – berechnet anhand eines Mischschlüssels aus Einwohnerzahl und abgestuftem Bevölkerungsschlüssel.
Schuldenstand
Der Gesamtschuldenstand der Marktgemeinde liegt bei rund 12,87 Millionen Euro – neue Schulden wurden vor allem für Investitionen in die Volksschule Brederis mit der angeschlossenen Kleinkind- und Schülerbetreuung sowie den Erwerb von Grundstücken gemacht. Dies ergibt eine aktuelle Pro-Kopf-Verschuldung von rund 1087 Euro bei knapp 12.000 Einwohnern.