Geld für die Gesundheit sprudelt

ÖGK-Landesstelle erhält jährlich über eine halbe Million Euro aus dem Innovationstopf.
Dornbirn Es sprudelt Geld aus dem Innovations- und Zielsteuerungsfonds der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), und das nicht zu knapp. Rund zehn Millionen Euro werden für die Landesstellen jährlich lockergemacht. Vorarlberg lukriert davon pro Jahr 540.000 Euro. „Das ist ein echter Erfolg“, bilanziert der Vorsitzende des Landesstellenausschusses, Jürgen Kessler, zum Ende seiner Amtszeit positiv. Ab 1. Juli wird bekanntlich wieder Manfred Brunner übernehmen. Kessler räumt ein, dass es gedauert habe, diesen finanziellen Spielraum zu bekommen. „Jetzt müssen wir liefern und bringen das auch“, verweist er auf umgesetzte Projekte wie die Gesundheitshotline 1450, das Dringlichkeitsterminsystem, die e-Medikation und die Vorsorgekoloskopie. Der Innovations- und Zielsteuerungsfonds ist gesamt mit gut 200 Millionen Euro dotiert.
Verbesserungen bei Ergotherapie
Unabhängig davon soll es schon bald Verbesserungen bei der Versorgung mit Ergotherapie geben. Bislang wurde diese von Krankenanstalten und Einrichtungen wie aks oder SMO wahrgenommen. Bei Inanspruchnahme freiberuflicher Ergotherapeuten leistete die Kasse einen Zuschuss. Der betrug 2020 rund 66.000 Euro. Nun gibt es einen bundesweiten Rahmenvertrag für freiberufliche Ergotherapeuten. Für Vorarlberg sind zehn Vertragsstellen vorgesehen, drei konnten bereits besetzt werden. Eine weitere Ausschreibung erfolgt voraussichtlich im nächsten Quartal. „Damit wird der Zugang zu vollfinanzierten Therapieplätzen verbessert“, berichtet Jürgen Kessler. Er bestätigt auch, dass die Ausweitung des kostenlosen Angebots aufgrund der starken Nachfrage nötig gewesen sei.
Schwerpunkt Long Covid
Einen weiteren Schwerpunkt will die ÖGK-Landesstelle im Bereich von Long Covid setzen. In Vorarlberg wird die Zahl der Betroffenen auf rund 3000 geschätzt. Neben der medizinischen Versorgung durch niedergelassene Vertragspartner und die Möglichkeit einer raschen Zuweisung zur Reha-Zentren durch die PVA wird laut Kessler derzeit auch ein sogenanntes Chatbot erarbeitet, das Versicherte zur Versorgung führt. Ergänzend dazu ist ein Screening-Fragebogen geplant, der Symptome vor, während und nach Covid-19 erfasst, um daraus, falls nötig, weitere Empfehlungen abzuleiten. Das Chatbot soll noch im Laufe dieses Jahres zur Verfügung stehen. Weiters soll ein wissenschaftliches Register entstehen. Kessler: „Gespräche mit geeigneten Instituten laufen.“
Nachholeffekt vermutet
Was die Finanzen der ÖGK insgesamt betrifft, belaufen sich die Rückstände auf 55 Millionen Euro bei einem Beitragsvolumen von 591 Millionen Euro. Das vorläufige Bilanzergebnis für 2021 zeigt ein Minus von 44 Millionen Euro. Bis Jahresende könnte sich das Minus den Prognosen zufolge auf 186,3 Millionen Euro steigern. Begründet wird dies unter anderem mit einem vermuteten Nachholeffekt für 2020 nicht in Anspruch genommene Leistungen. Für Vorarlberg weist das Betriebsergebnis des Pandemiejahres ein Plus von 2,4 Millionen aus. Heuer rechnen die Verantwortlichen mit plus 6,3 Millionen Euro. Trotz Pandemie sind die Beiträge 2020 österreichweit um 2,4 Prozent gegenüber 2019 gestiegen, in Vorarlberg um 2,3 Prozent.