Möglichkeiten einer Lyrik im „Hier und Jetzt“

Daniel Falb lud zur Lesung aus seinem aktuellen Gedichtband.
Bregenz Der in Berlin lebende Lyriker, Philosoph und Theoretiker des Anthropozäns Daniel Falb zählt zu den wichtigsten lyrischen Stimmen seiner Generation. Am Dienstag las er im T-Café des Vorarlberger Landestheaters Kostproben aus seinem Gedichtband „Orchidee und Technofossil“. Im Gespräch mit Jürgen Thaler, dem Leiter des Franz-Michael-Felder-Archivs der Vorarlberger Landesbibliothek, sprach er im Anschluss über Lyrik in Zeiten des „Anthropozäns“.
Mensch und Natur
In Falbs Gedichtband „Orchidee und Technofossil“, der im Mittelpunkt seiner Bregenzer Lesung stand, erscheint das Gedicht als Hort und Brutstätte neuer Intuitionen und Widerstandsformen für die neue, geologische Zeit, die manche das „Anthropozän“ nennen. So bezeichnet wird das gegenwärtige erdgeschichtliche Zeitalter, in dem der Mensch zum dominanten Antriebsfaktor globaler Umweltveränderungen geworden ist.
Verhältnis der Menschen zur Natur
In Falbs theoretischem Nachdenken dreht sich vieles um das Verhältnis des Menschen zur Welt, die er erschaffen hat, und Natur, die ihn umgibt. Es geht um die Möglichkeit einer Lyrik im „Hier und Jetzt“ und auch um Literaturarchive. Unter den Zuhörern waren Dramaturg Ralph Blase, Kulturamtsleiter Roland Jörg, Literaturkenner Franz-Paul Hammling, Manfred Hagel,
Birgit Humpeler, David Franzoi, Norbert Mayer, Gerti Gfader und Wolfgang Stengel sowie Anette Kaltenbrunner, Andrea Kopf und Ulrike Längle.
Daniel Falb, geboren 1977 in Kassel, lebt in Berlin. Er verfasste mehrere Gedichtbände, zuletzt „Orchidee und Technofossil“ (2019). Daneben Bücher und Essays zur Geophilosophie, zur Theorie des Anthropozäns sowie zu Poetik und Kunsttheorie, u.a. „Anthropozän: Dichtung in der Gegenwartsgeologie“ und „Geospekulationen: Metaphysik für die Erde im Anthropozän“ (2019). yas




