Boulder Rallye als Talentebühne

Talente-Sichtung des Kletterverbandes ist mit Spaß verbunden.
Dornbirn Hannah will hoch hinaus, und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Ich möchte Weltmeisterin werden“, sagt die Neunjährige aus Dornbirn und schüttelt keck ihren blonden Schopf. So abwegig ist ihr Plan nicht. Immerhin hat es Hannah schon in den Kader des Vorarlberger Kletterverbandes geschafft. Entdeckt wurde das Mädchen bei einer vom Kletterverband organisierten Boulder Rallye. „Sie haben mich gefragt, ob ich in den Kader möchte“, erzählt Hannah. Sie brauchte nicht lange zu überlegen, und jetzt trainiert sie fleißig auf ihr großes Ziel hin.
Niederschwelliger Einstieg
Im Juli haben kletterfreudige Mädchen und Burschen im Alter von acht bis zwölf Jahren wieder die Chance, bei einer Boulder Rallye gesehen zu werden. Die Talente-Sichtung ist jedoch nur ein Aspekt dieser Veranstaltung. „Im Vordergrund steht, auch Impulse für den Breitensport zu setzen und Kinder zur Bewegung zu motivieren“, erklärt Verbandspräsident Martin Reischmann. Kommt dabei das eine oder andere Klettergenie zum Vorschein, kann ihm das nur recht sein. „Wir möchten möglichst viele Athleten in den Nationalkader bringen“, sagt Reischmann, und dafür braucht es Nachwuchs. Derzeit umfasst der Landeskletterkader 36 Athleten, sieben von ihnen kraxeln im Nationalteam um die Wette. Ziel ist eine Aufstockung des Landeskaders auf 56 Athleten.

Reischmann: „Mit dem Bouldern wollen wir Kindern einen niederschwelligen Einstieg ins Klettern ermöglichen.“ Auch das Training wird dem Alter der jungen Kletterer angepasst. Im Kader wird anfangs einmal die Woche trainiert, dann steigert sich das Training langsam auf bis zu täglich. Außerdem sind die meisten Kinder fest in einem alpinen Verein verankert, wo die Freizeit ebenfalls häufig dem Kraxeln gewidmet ist. Reischmann will neben der Bewegung einen anderen, für Kinder wichtigen Aspekt nicht außer Acht lassen: „Klettern erfordert mentale Stärke, und das ist für Kinder gerade in der heutigen Zeit von immensem Vorteil.“

Ungezwungener Bewerb
Deshalb soll jetzt auf „Online Gaming das Finger-Training“ folgen. Mit diesem Slogan möchte der Kletterverband die Jungen in die Boulderhallen bringen. Bei Emil (9) aus Feldkirch-Gisingen und Raphael (9) aus Dornbirn ist dieses Unterfangen gelungen. Auch sie haben den Sprung über die Boulder Rallye in den Landeskader geschafft. Heuer startet die erste Boulder Rallye am 3. Juli. Auf einfachen Routen können die Kinder ihre Kräfte messen. Als Schiedsrichter und Tippgeber fungieren Athleten aus dem Landeskader, die gleichzeitig einen Blick auf die Kletterkünste des Nachwuchses haben, aber: „Es wird ein ungezwungener Wettbewerb“, verspricht Martin Reischmann.
Termine Boulder Rallye
03. Juli 2021: Boulderhalle Steinblock, Dornbirn
10. Juli 2021: Boulderhalle Klimmerei, Bürs
17. Juli 2021: Boulderhalle Block Monkey, Feldkirch
Dauer: jeweils von 8 bis 12 Uhr
Alle Infos zum Bewerb unter: www.klettern-vorarlberg.at/projekte/boulderrallye