Armutskonferenz warnt vor falschen Wirtschaftsprognosen

Vorarlberg / 24.06.2021 • 18:30 Uhr
Armutskonferenz warnt vor falschen Wirtschaftsprognosen
Michael Diettrich hofft, dass der Konjunkturmotor nicht zu früh gedrosselt wird. VN/PAULITSCH

Michael Diettrich pocht auf Investitionen in Soziales, Gesundheit und Bildung.

Bregenz Die Armutskonferenz steigt auf die Euphoriebremse. Die Freude über steigende Wachstumszahlen nach dem Lockdown erinnert deren Sprecher Michael Diettrich an die falschen Prognosen während der Pandemie. “Man scheint davon auszugehen, bald wieder zum business as usual zurückkehren zu können. Gleichzeitig erwecken die Vergleiche mit dem Vorkrisenniveau den Eindruck, als sei vor der Krise alles in Ordnung gewesen.” Allerdings sei die Konjunktur 2019 eingebrochen, weshalb das Minimalziel 2018 sein sollte. Der Staat dürfe sich nicht zu früh aus Konjunkturprogrammen zurückziehen. “Es ist bedenklich, wenn die Landesregierung schon wieder von der Sanierung des Landeshaushalts spricht”, fährt Diettrich fort.

Der Fokus müsse auf der Beseitigung der hohen Arbeitslosigkeit liegen, dieser Bereich dürfte sich laut Wirtschaftsforschern erst 2025 normalisieren. “Wenn man dieser Entwicklung nicht entgegentritt, gehen wir von einer Verschärfung des Armutsrisikos aus. Für Langzeitarbeitslose lag die Armutsgefährdung 2019 bei 72 Prozent.” Wichtig sei, in höhere Sozialleistung, Gesundheit und Bildung zu investieren. Außerdem müssten die Gemeinden unterstützt werden. Themen wie dieses werden am Sonntag diskutiert. Diettrich lädt im Theater Kosmos um 11 Uhr die Volkswirtin Elisabeth Springler zum Gespräch.