Mega-Tourismus-Projekt nimmt Formen an

Vorarlberg / 23.06.2021 • 15:44 Uhr
Der letzte Trakt des Projekts „The Heimat“ in der Schröckener Parzelle Nesslegg steht vor der Dachgleiche – insgesamt entstehen rund 400 neue Betten.
Der letzte Trakt des Projekts „The Heimat“ in der Schröckener Parzelle Nesslegg steht vor der Dachgleiche – insgesamt entstehen rund 400 neue Betten.

Noch bleibt viel zu tun, aber die Umrisse der 57-Millionen-Euro-Investition in Schröcken-Nesslegg sind nun sichtbar.

Schröcken Vor knapp drei Jahren – im Herbst 2018 – hat ein Schweizer Investor die jahrelangen Diskussionen und Spekulationen um die Zukunft des traditionsreichen Hotels Widderstein im Schröckener Ortsteil Nesslegg beendet und ein Mega-Projekt präsentiert, in das er rund 57 Millionen Euro investieren wollte. Eine neue Dimension für Tourismus-Investitionen in der Region – in jeder Hinsicht. Und manche fragten sich, wo denn diese gewaltige Summe hinfließen wird. Eine erste Antwort gaben die Bauvorbereitungen, denn schon der Aushub für das Vorhaben auf einer Fläche von knapp eineinhalb Hektar ließ erkennen, was hier entstehen wird. Rund 45.000 m3 Erdreich und Fels mussten abgetragen werden, um das Bauvorhaben so weit abzusenken, dass es von der Höhe her genehmigungsfähig wurde.

Viele Monate nur gebaggert

Nach dem Spatenstich Ende September 2018 wurde viele Monate nur gebaggert und Fels abgetragen, ehe mit dem Hochbau begonnen werden konnte. In einer ersten Bauphase waren die Untergeschosse (mit Tiefgarage usw.) errichtet worden. Gleichzeitig wurde mit der Sanierung und Modernisierung des Bestands (Hotel Widderstein) begonnen.

Zwei Restaurants

Im Vorjahr wurde dann damit begonnen, die miteinander vernetzten Häuser nach und nach hochzuziehen. „The Heimat“, wie das frühere Hotel Widderstein künftig heißen wird, umfasst 40 Appartements – rund 45 bis über 160 Quadratmeter groß – und (einschließlich Bestand) rund 130 Hotelzimmer, sowie Infrastruktur. So sind zwei Restaurants (auch für Tagesgäste) mit internationalen Köchen, mehr als 1000 Quadratmeter Indoor- Wellnessarea sowie ein Panorama-Pool vorgesehen.

Jetzt steht diese Bauphase vor dem Abschluss, in den kommenden Wochen wird beim letzten Trakt der Neubauten die letzte Dachgleiche erreicht und der Altbau erhält sein neues Dach.

„The Heimat“ geht damit in die Zielgerade, die Handwerker werden sich bald ganz auf den Innenausbau konzentrieren.

Dieser wird angesichts der Dimensionen noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Belebung durch Hotelzimmer

Für „Leben“ im Gebäudekomplex, der sich aus mehreren miteinander verbundenen Häusern zusammensetzt, sollen die Hotelzimmer sorgen. Auch von den Restaurants sollen entsprechende Impulse ausgehen, sind die Gemeindever­antwortlichen überzeugt. In der Diskussion um die Projektgenehmigung war es eine unabdingbare Forderung der Gemeinde, dass vor allem Hotelzimmer errichtet werden. Als Kompromiss verständigte man sich am Ende auf mehr als 100 neue Hotelzimmer und 40 Appartements, für die drei verschiedene Modelle entwickelt wurden: 23 Wohnungen sind mit sechs Wochen Eigennutzung pro Jahr konzipiert, 14 Wohnungen mit acht Wochen Eigennutzung und lediglich drei sind voll gewidmete Ferienwohnungen, die völlig frei und ohne Vermietungsverpflichtung genutzt werden können.

Allerdings wandeln sich auch die 14 Wohnungen mit der achtwöchigen Eigennutzung nach 20 Jahren in voll gewidmete Ferienwohnungen um. Laut Homepage des Projektbetreibers sind rund zwei Drittel davon bereits verkauft.

Nesslegg hat sich verändert

Noch bleibt bis zur geplanten Fertigstellung Ende 2022 eine Menge zu tun, aber die Konturen des Gesamtprojekts sind jetzt deutlich erkennbar – und sie geben der Parzelle Nesslegg ein neues Gesicht. Der letzte Trakt des gewaltigen Komplexes nähert sich der Dachgleiche, auf der anderen Seite der Baustelle wird gleichzeitig der Altbestand des ehemaligen Hotels Widderstein erweitert und das Dach komplett erneuert. Der Bestand wird gleichzeitig innen völlig neu gestaltet. Gleich drei Kräne stehen derzeit auf der Baustelle und in den im Vorjahr erstellten Häusern hat längst der Innenausbau begonnen, auch an den Fassaden wird gearbeitet.

Baustelle größte Belastung

Trotz der gewaltigen Dimensionen des Projekts glaubt Bürgermeister Herbert Schwarzmann – selbst Nachbar von „The Heimat“ – nicht an nachteilige Auswirkungen auf die Attraktivität von Nesslegg als beliebtes familiäres Urlaubsdomizil. Das Gesamtprojekt sei so gegliedert, dass der Eindruck eines nicht in sein Umfeld passenden Betonklotzes vermieden wird. Was er aber als störend und als Belastung empfindet, ist „die lange Bauzeit. Insgesamt wird hier mehr als vier Jahre gebaut, das ist doch sehr störend für die umliegenden Familienbetriebe.“ STP

Wie sehr Nesslegg durch das Mega-Projekt „The Heimat“ sein Gesicht verändert, wird auf dieser Übersicht deutlich. <span class="copyright">STP/3 </span>
Wie sehr Nesslegg durch das Mega-Projekt „The Heimat“ sein Gesicht verändert, wird auf dieser Übersicht deutlich. STP/3
Das ehemalige Hotel Widderstein wird erweitert, Dach samt Dachgeschoss erneuert (das blau verkleidete Gerüst umreißt diese Baustelle) und innen neu gestaltet.
Das ehemalige Hotel Widderstein wird erweitert, Dach samt Dachgeschoss erneuert (das blau verkleidete Gerüst umreißt diese Baustelle) und innen neu gestaltet.