Auf Tuchfühlung

Vorarlberg / 23.06.2021 • 15:58 Uhr
Junge Wachsoldaten schneiden Unkraut und Gebüsche unweit der Golmer Bergstation zurück.<span class="copyright">VN/Jun</span>
Junge Wachsoldaten schneiden Unkraut und Gebüsche unweit der Golmer Bergstation zurück.VN/Jun

Junge Wachsoldaten lernen am Golm die Natur kennen und schätzen.

Latschau Mit Heckenscheren, Bohrmaschine, Schaufel, 50 Meter Seil, Eispickel, Hebeeisen und Kletterausrüstung ausgestattet, setzen die 20 Wachsoldaten des Hochgebirgs-Jägerbataillons 23 Wege rund um die Golmer Bergstation instand und schneiden Latschen, Gebüsche und Unkraut zurück.

Während sich die erste Partie überwiegend den Latschen und Gebüschen unweit der Bergstation Golm widmet, damit die Wiese dort nicht zuwächst und das Wild sich nicht weiter ausbreiten kann, kümmert sich die zweite Partie um die Infrastruktur auf dem Golmer Höhenweg, befreit Wege von Geröll und Steinen und glättet diese für die Wanderer. Dafür müssen die jungen Systemerhalter mit einem 15 Kilogramm schweren Rucksack auf dem Buckel ab der Bergstation des Sessellifts eine Stunde Fußmarsch zurücklegen, um zu ihrem Einsatzort zu kommen.

Erlebnistag als Ausgleich

Die Aktion des Hochgebirgs-Jägerbataillons 23 ist eine Teambuilding-Maßnahme für die Neulinge. Die 18-Jährigen sind im Mai eingerückt und bereiten sich nun nach ihrer Grundwehr- und Wachausbildung auf ihren Wachdienst in der Kaserne Bludesch oder Landeck vor. Die Gruppen sind so aufgeteilt, wie sie später auch zusammen Wache halten werden. Durch die fünf Tage Zeltlager („Leben im Felde“) mit Katastrophen- und Gebirgsausbildung („Pflege der Natur“) lernen sie sich nicht nur untereinander, sondern auch die Natur besser kennen. Jede Gruppe hat zudem einen Erlebnistag, bei dem sie sich im Kletterseilgarten, beim Alpine Coaster oder Flying Fox von der anstrengenden Arbeit erholen kann.

Intensive Partnerschaft

Im Zeltlager lernen die Soldaten unter Aufsicht von Kommandant Wolfgang Pichler, wie sie eine Feuerstelle errichten, ihr Zelt aufbauen und Essen selbst zubereiten können, wie man sich in der Natur wäscht und seine Kleidung trocken hält. „Die Lehrlinge sollen die Natur schätzen lernen“, sagt Pressesprecher Bernhard Zech. Dass ihnen diese Teambuilding-Maßnahme am Golm überhaupt ermöglicht werden kann, ist den Illwerken zu verdanken, mit denen das Jägerbataillon 23 seit 1981 eine intensive Partnerschaft pflegt, die „auf gegenseitige Wertschätzung beruht“, erklärt Zech.

Das Jägerbataillon 23 darf für Ausbildungszwecke und Katas­trophenübungen den Bereich um die Golmer Bergstation nutzen, im Winter mit den Grundwehrdienern dort Skifahren lernen, neben der Skipiste Lawineneinsätze üben und im Sommer ein Zeltlager aufschlagen. So kann das Jägerbataillon 23 die Einsatzbereitschaft im Sommer wie Winter herstellen. Im Gegenzug führt diese mit den Auszubildenden und Führungskräften der Illwerke ebenso Teambuilding-Maßnahmen wie Berg- und Skitouren sowie Lawinenkunde durch. So arbeiten beide Partner in der Lehrlingsausbildung eng zusammen. „Das ist ein Nutzen für uns beide“, so Zech. VN-JUN

Ein Erlebnistag wartet als Ausgleich auf sie.
Ein Erlebnistag wartet als Ausgleich auf sie.
Die 20 Soldaten sind bereit zum Aufbruch.
Die 20 Soldaten sind bereit zum Aufbruch.

Militärische Partnerschaft

Zwischen wem Illwerke und Hochgebirgs-Jägerbataillon 23

Seit wann 1981

ziel durch gemeinsame Aktivitäten der Partner das Vertrauen in die sicherheitspolitische Konzeption stärken

Aktivitäten gemeinsame Berg- und Skitouren, Einladung zu Festakten, Besichtigung und Kennenlernen des Unternehmens, Zusammenarbeit in der Lehrlingsausbildung, Nutzung der Infrastruktur für Ausbildungszwecke