Sommerschule sucht Schüler und vor allem Lehrer

Vorarlberg / 19.06.2021 • 09:00 Uhr
Sommerschule sucht Schüler und vor allem Lehrer
Sommerschule für Flüchtlingskinder in Lustenau vor einem Jahr. Defizite sollen bis zum Schulstart so gut es geht beseitigt werden. VN/SCHUSTER

Anmeldefrist bis kommenden Montag verlängert. Aufruf an Lehrer, sich zur Verfügung zu stellen.

Bregenz Die Vorbereitungen für die Sommerschule, die in den letzten zwei Wochen im ganzen Land für Schüler mit Defiziten eingerichtet wird, sind in vollem Gang. Eine Verlängerung bis kommenden Montag erfährt die Anmeldefrist. „Das hat man deswegen verfügt, weil der volle Präsenzunterricht erst am 17. Mai wieder gestartet wurde und man die Zeit zur Beobachtung des Leistungsstands der Schüler benötigte“, erläutert Elisabeth Mettauer-Stubler (39), Kommunikationsleiterin der Bildungsdirektion Vorarlberg (BID) die Argumentation des Ministeriums für die Verlängerung.

2200 Anmeldungen bis jetzt

Stand jetzt sind 2200 Schüleranmeldungen eingegangen. Die Schüler werden von ihren Schulen in Abstimmung mit den Eltern für die Sommerschule bestimmt. Circa 60 Lehramtsstudenten konnten bisher für den Unterricht gewonnen werden. Das sind freilich noch viel zu wenige. „Wir hatten im Vorjahr bei 1700 Schülern 120 Pädagoginnen und Pädagogen. Das heißt, wir brauchen noch einige“, sagt Mettauer-Stubler. Wie viele genau das sind, will die BID-Vorarlberg-Sprecherin nicht sagen. Tatsache ist: Mit der Rekrutierung des Lehrerpersonals wird es ebenfalls ab kommenden Montag so richtig losgehen.

Wann die Pflicht kommt

Verpflichtend ist die Sommerschule grundsätzlich nicht. Der Freiwilligkeit beraubt wird sie freilich ab dem Moment der Anmeldung. „Es geht nicht, dass sich jemand anmeldet und dann nicht kommt, oder nur dann kommt, wenn er oder sie das will“, macht Mettauer-Stubler deutlich.

Die Sommerschule soll in 59 Kommunen des Landes über die Bühne gehen. Die genaue Zuordnung der Schüler und Lehrer für die jeweiligen Schulen erfolgt nach Ende der Anmeldungen. „Wir möchten wissen, von wo das Lehrpersonal und von wo die Schüler kommen, um eine standortgerechte Zuteilung mit möglichst kurzen Wegen für alle Beteiligten zu gewährleisten“, erklärt Mettauer-Stubler.

Wenn es um die Rechte von Lehrerinnen und Lehrern geht, ist bei Pflichtschulgewerkschafterin Alexandra Loser Schluss mit lustig. <span class="copyright">VN/Hämmerle</span>
Wenn es um die Rechte von Lehrerinnen und Lehrern geht, ist bei Pflichtschulgewerkschafterin Alexandra Loser Schluss mit lustig. VN/Hämmerle

Kritische Gewerkschaft

Kritisch zur Sommerschule zu Wort gemeldet hat sich auch schon die Lehrergewerkschaft. Sie beklagt, dass es noch keine genauen Informationen dazu gebe. Auf andere Unwägbarkeiten wird hingewiesen. Es sei problematisch, wenn sich Schüler und Lehrer nicht kennen, die Herausforderungen würden unterschätzt. Zudem lässt Pflichtschullehrergewerkschafterin Alexandra Loser (46) anklingen, dass auf Direktoren Druck ausgeübt werde, sich für die Sommerschule zu melden. „Als Gewerkschafterin bin ich ganz klar gegen jedwelchen Druck. Die Sommerschule muss freiwillig sein.“