Deltavariante schreckt Vorarlberger Spitäler nicht

Die neue Coronavariante ist nicht das einzige Fragezeichen auf den Herbst hin.
Feldkirch Großbritannien macht sie bereits zu schaffen, trotz der hohen Impfquote, und auch in Niederösterreich und Tirol gibt es die ersten Verdachts- und Infektionsfälle: Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich immer mehr in Europa aus. Allein in Niederösterreich sind elf Infektionen bestätigt. “Bei der Delta-Variante stellt die Impfung einen leicht verminderten, aber wirksamen Schutz dar”, fasst Gabriele Hartmann, Leiterin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge am Landeskrankenhaus Feldkirch, den aktuellen Wissensstand zusammen. Gefährlich wird das Virus jedoch für jene mit einer verminderten Immunreaktion auf das Virus: Dies sind neben Älteren vor allem Menschen mit Vorerkrankungen wie Dialysepatienten oder eben Ungeimpfte.
Für den Herbst rechnet sie mit einer neuen Infektionswelle. Die Erfahrungen aus dem März zeigen jedoch, dass mehr Fälle nicht automatisch auch weitere Hospitalisierungen bedeuten. Ob aber die Krankenhäuser wieder an Belastungsgrenzen stoßen und Operationen verschoben werden müssen, sei von vielen Rahmenbedingungen abhängig. Die wichtigsten davon bleiben die Belegung der Intensivbetten oder die Durchimpfung von Risikopatienten. So wäre eine Impfung auch von jungen Menschen mit Risikofaktoren wünschenswert. Diese kann zwar in Einzelfällen eine Infektion nicht verhindern, räumt Hartmann ein. Allein in den Krankenhäusern habe man die Erfahrung gemacht, dass rund ein Prozent der Vollimmunisierten sich dennoch anstecken können und die Infektion weiterverbreiten können. Dennoch vermeide der Impfschutz schwere Krankheitsverläufe bei den Betroffenen. Im Winter droht dann die nächste Herausforderung: Die Rückkehr der Influenza ab Jänner 2022.