Älplerwunsch: Besuch von Menschen, nicht von Wölfen

Alpsaison startet durch. Auf 515 Alpen werden 40.000 Stück Vieh gesömmert.
Dornbirn Die wunderschön gelegene Alpe Schwende bot den Rahmen für den diesjährigen Ausblick auf die bereits angelaufene Alpsaison. Vor diesem Hintergrund durfte Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner (40) mit gutem Gewissen festhalten: „Die Alpen haben eine starke Anziehungskraft als Erholungs- und Freizeitraum, aber auch als Wirtschaftsraum.“ Die sprichwörtlich höchste Form der Landwirtschaft biete Futtergrundlage für die Betriebe im Tal, die Alpen seien zudem Tradition und Kulturgut sowie ein bedeutender Tourismusfaktor.

Kühe sind Landschaftspfleger
Auf 515 Alpen werden auch heuer wieder rund 40.000 Stück Vieh zur Sömmerung erwartet. Besonders die Sennalpen mit ihren 8.300 Milchkühen bieten dabei regionale Köstlichkeiten für Kunden und Gäste an. „Die Kühe sind gleichzeitig die besten Pfleger und Erhalter der Almflächen“, betont Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger (54). Dies sei eines der besten Argumente für eine funktionierende Milchwirtschaft.

Nicht gefährdet werden dürfe die Alpwirtschaft durch den Wolf. „Man hat das Gefühl, es existiere eine heile Welt, wenn der Wolf kommt. So ist es aber nicht. Der alte Spruch ‚Kommt der Wolf, geht der Bauer‘ könnte sich schnell wieder bewahrheiten“, befürchtet Moosbrugger. Mit Landesrat Gantner ist er sich einig, dass der absolute Schutzstatus des Wolfs aufgeweicht werden müsse.
„Man hat das Gefühl, es existiere eine heile Welt, wenn der Wolf zu uns kommt. So ist es aber nicht.“
Die Sehnsuchtsorte
Auch heuer werden am „touristischen Sehnsuchtsort Alpen“ wieder tausende Besucher erwartet. Letztes Jahr besuchten 1,3 Millionen Menschen Vorarlberg. 70 Prozent der Urlaubsgäste nannten dabei die Berge als Hauptattraktion in unserem Land. Den Alpwirtschaftern gewährt das Land auch heuer wieder einen Versicherungsschutz. Abgedeckt wird das Haftpflichtrisiko für die 40.000 Weidetiere. Die gesamte Alpwirtschaft in Vorarlberg wird mit sechs Millionen Euro subventioniert, 3,5 Millionen steuert das Land bei.

Appell an Disziplin
Einmal mehr richtet Landwirtschaftskammerpräsident Moosbrugger einen Appell an die Besucher der Alpen. „Bitte haltet euch an die Regeln.“ Er legt allen besonders die zehn Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh ans Herz. Gleichzeitig loben Gantner und Moosbrugger die Disziplin der Gäste aus dem Vorjahr. „Es kam kaum zu Zwischenfällen. So soll es auch heuer sein.“
Alpen Vorarlberg
515 bewirtschaftete Alpen
40.000 Stück Vieh, davon 10.500 Kühe, 23.300 Jungrinder, 3.300 Schafe, 1.100 Ziegen, 860 Pferde
1000 Älplerinnen und Älpler
400 Tonnen Alpkäse werden jedes Jahr produziert
6,2 Millionen Euro erhält die Vorarlberger Alpwirtschaft an Subventionen, davon 3,5 Millionen vom Land