Älplerwunsch: Besuch von Menschen, nicht von Wölfen

Vorarlberg / 17.06.2021 • 15:45 Uhr
Älplerwunsch: Besuch von Menschen, nicht von Wölfen
Idylle auf der Alpe. Das wird auch heuer wieder tausende Menschen aus dem Tal anziehen. Tourismus und Landwirtschaft wollen Partner sein. BERCHTOLD

Alpsaison startet durch. Auf 515 Alpen werden 40.000 Stück Vieh gesömmert.

Dornbirn Die wunderschön gelegene Alpe Schwende bot den Rahmen für den diesjährigen Ausblick auf die bereits angelaufene Alpsaison. Vor diesem Hintergrund durfte Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner (40) mit gutem Gewissen festhalten: „Die Alpen haben eine starke Anziehungskraft als Erholungs- und Freizeitraum, aber auch als Wirtschaftsraum.“ Die sprichwörtlich höchste Form der Landwirtschaft biete Futtergrundlage für die Betriebe im Tal, die Alpen seien zudem Tradition und Kulturgut sowie ein bedeutender Tourismusfaktor.

Irmgard Rein serviert Köstlichkeiten aus eigener Produktion inmitten einer idyllischen Landschaft. In die Alphütten kehren Wanderer gerne ein. <span class="copyright">VN/Sams</span>
Irmgard Rein serviert Köstlichkeiten aus eigener Produktion inmitten einer idyllischen Landschaft. In die Alphütten kehren Wanderer gerne ein. VN/Sams

Kühe sind Landschaftspfleger

Auf 515 Alpen werden auch heuer wieder rund 40.000 Stück Vieh zur Sömmerung erwartet. Besonders die Sennalpen mit ihren 8.300 Milchkühen bieten dabei regionale Köstlichkeiten für Kunden und Gäste an. „Die Kühe sind gleichzeitig die besten Pfleger und Erhalter der Almflächen“, betont Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger (54). Dies sei eines der besten Argumente für eine funktionierende Milchwirtschaft.

Auch Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner und Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger (v.l.) wissen was gut ist. <span class="copyright">VN/Sams</span>
Auch Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner und Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger (v.l.) wissen was gut ist. VN/Sams

Nicht gefährdet werden dürfe die Alpwirtschaft durch den Wolf. „Man hat das Gefühl, es existiere eine heile Welt, wenn der Wolf kommt. So ist es aber nicht. Der alte Spruch ‚Kommt der Wolf, geht der Bauer‘ könnte sich schnell wieder bewahrheiten“, befürchtet Moosbrugger. Mit Landesrat Gantner ist er sich einig, dass der absolute Schutzstatus des Wolfs aufgeweicht werden müsse.

Man hat das Gefühl, es existiere eine heile Welt, wenn der Wolf zu uns kommt. So ist es aber nicht.“

Die Sehnsuchtsorte

Auch heuer werden am „touristischen Sehnsuchtsort Alpen“ wieder tausende Besucher erwartet. Letztes Jahr besuchten 1,3 Millionen Menschen Vorarlberg. 70 Prozent der Urlaubsgäste nannten dabei die Berge als Hauptattraktion in unserem Land. Den Alpwirtschaftern gewährt das Land auch heuer wieder einen Versicherungsschutz. Abgedeckt wird das Haftpflichtrisiko für die 40.000 Weidetiere. Die gesamte Alpwirtschaft in Vorarlberg wird mit sechs Millionen Euro subventioniert, 3,5 Millionen steuert das Land bei.

Diese Kälble können es kaum erwarten, vom Stall ins Freie zu kommen. Sie werden ihre erste echte Alpsaison erleben. <span class="copyright">VN/Sams</span>
Diese Kälble können es kaum erwarten, vom Stall ins Freie zu kommen. Sie werden ihre erste echte Alpsaison erleben. VN/Sams

Appell an Disziplin

Einmal mehr richtet Landwirtschaftskammerpräsident Moosbrugger einen Appell an die Besucher der Alpen. „Bitte haltet euch an die Regeln.“ Er legt allen besonders die zehn Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh ans Herz. Gleichzeitig loben Gantner und Moosbrugger die Disziplin der Gäste aus dem Vorjahr. „Es kam kaum zu Zwischenfällen. So soll es auch heuer sein.“

Alpen Vorarlberg

515 bewirtschaftete Alpen

40.000 Stück Vieh, davon 10.500 Kühe, 23.300 Jungrinder, 3.300 Schafe, 1.100 Ziegen, 860 Pferde

1000 Älplerinnen und Älpler

400 Tonnen Alpkäse werden jedes Jahr produziert

6,2 Millionen Euro erhält die Vorarlberger Alpwirtschaft an Subventionen, davon 3,5 Millionen vom Land