Das Gold der Gärtner selbst gemacht

Kompost dient nicht nur der Entsorgung von pflanzlichen Abfällen, sondern produziert auch wertvollen Dünger für den Garten.
Dornbirn Zweige und Äste, Rückschnitt vom Staudenbeet, Laub, Unkraut, Wiesen- und Rasenschnitt oder Gemüseabfälle: Im Garten fällt ständig Material an. Was tun damit? Am besten kompostieren, rät Bernhard Huchler vom Obst- und Gartenbauverein Vorarlberg: „Denn dabei verwandeln sich Abfälle in wertvollen Dünger“, weiß der 65-Jährige. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit dem richtigen Kompostieren im naturnahen Garten. Dabei sollten ein paar grundlegende Regeln beachtet werden.

Als erste Regel gilt es, die verschiedenen Materialien, vor Regen geschützt, zu sammeln. „Nur vernünftig gemischt wird aus dem Grünabfall auch hochwertige Komposterde“, erklärt Huchler. Nasses Material wie Rasenschnitt muss getrocknet werden, sonst fault es.
Die Mischung macht‘s
Ist Material für etwa einen Kubikmeter vorhanden, beginnt das Aufschichten. Dazu wählt man einen erdigen Untergrund. „Darauf schichtet man nun abwechselnd feuchtes Material wie Küchenabfälle, frisches Fallobst oder frischen Rasenschnitt mit trockenen Materialien wie Laub, Heu oder Einstreu aus Kleintierställen“, erklärt der Dornbirner, der gemeinsam mit dem OGV eine eigene „Kompostfibel“ zum Thema herausgebracht hat.

Dazwischen ergänzt man jeweils eine dünne Schicht Erde oder eine Handvoll Gesteinsmehl. Auch kohlenstoffhaltiges Material wie gehäckselter Hecken- oder Strauchschnitt, Laub oder Stroh sollte beigefügt werden. Die trockeneren Materialien verhindern ein Vernässen des Kompostes. „Impft man das ganze Gemenge mit etwas altem Kompost, liefern wir gleich die richtigen Mikroorganismen für die Zersetzung der Materialien. Diese verarbeiten die pflanzlichen Teile und vermengen sie mit Erde und Gesteinsmehl.“
Umschaufeln
In der Mitte des Haufens entsteht so Wärme, die Schadstoffe bindet. Temperaturen bis zu 70 Grad Celsius können bei dem Prozess der Hygienisierung entstehen. „Wichtig ist es, den Haufen in den ersten zwei Wochen täglich umzuschaufeln. So kommt Äußeres in die warme Mitte des Haufens und wird dort hygienisiert“, erläutert der Experte.
Für den Umsetzungsprozess ist Feuchtigkeit notwendig. “Drückt man eine Handvoll Kompost zusammen, sollen weder Tropfen aus dem Gemenge rinnen, noch soll das Material trocken auseinanderfallen”, nennt Huchler eine Faustregel. Um den Kompost vor Vernässung zu schützen, reicht ein Abdecken mit Vlies.
Nach vierzehn Tagen reicht es, wöchentlich ein- bis zweimal umzuschaufeln, empfiehlt Bernhard Huchler. In etwa zwei Monaten wandeln sich die Gartenabfälle in wertvollen Dünger mit vielen Spurenelementen und Nährstoffen. Dieser lässt sich für alle Gartenpflanzen verwenden oder bis zu einer späteren Nutzung trocken lagern.
Der Kompostiervorgang im Silo dauert um einiges länger. Auch die gewünschten Temperaturen für die Hygienisierung werden nicht erreicht, wodurch die Kompostmieten idealer sind.
Weitere Informationen zum Thema Kompostieren und Düngen finden sich auf der Webiste des Verbands für Obst- und Gartenkultur Vorarlberg www.ogv.at.