Best Practice Award flog nach Bezau

Diplomarbeit von Sarah Kleber und Sandra Bereuter ließ Jury schwärmen.
Bregenz, Bezau Zum fünften Mal hat die Hypo Vorarlberg ihren Best Practice Award für Humanberufliche Schulen verliehen. Gab es in den vergangenen Jahren stets intensive Beratungen in der Jury und bis zuletzt Kopf-an-Kopf-Rennen um die begehrte Wandertrophäe, so wurde der Jury diesmal die Qual der Wahl abgenommen, denn mit der „Flugmeile“, der Planung eines Themenweges zum Paragleiten in Andelsbuch, setzten Sarah Kleber und Sandra Bereuter von der HLT Bezau neue Maßstäbe und brachten die Jury regelrecht ins Schwärmen. Die Jury-Entscheidung war bald klar und einstimmig – mit dem Maskottchen Adler Andi flog der Award förmlich nach Bezau.
Da passte einfach alles
Bei dieser außergewöhnlichen Diplomarbeit „passte einfach alles“, war sich die Jury mit Bildungsdirektor Andreas Kappaurer, Dir. Gebhard Hinteregger, Dir. Gerhard Frontull und SQM Edgar Mayrhofer schnell einig. Diesem Votum schlossen sich Dir. Mario Hammerer und Mag. Beatrice Pitsch von der Hypo uneingeschränkt an. Auch Betreuungslehrer Bernhard Álvarez Sánchez betonte, dass es eine Freude war, diese außergewöhnliche Diplomarbeit zu begleiten.
Beatrice Pitsch verhehlte nicht, dass sie sich als großer Fan des Flugsports von der hervorragenden Arbeit ganz besonders angesprochen fühlte. Von der Themenauswahl bis ins kleinste Detail – etwa dem lustigen Adler-Maskottchen „Andi“ – sei überaus genau gearbeitet worden.
Flugsport ins Dorf hineintragen
Bei dem Projekt geht es darum, den Flugsport „ins Dorf hinein zu tragen“, so Bildungsdirektor Kappaurer. „Andelsbuch ist ein Mekka für Paragleiter, die zum Teil von weither immer wieder in den Bregenzerwald kommen. Einheimische nehmen hingegen von dieser Tourismusattraktion, die für die Liftgesellschaft überlebenswichtig ist, aber auch dem gesamten Tourismus in der Region wichtige Impulse gibt, viel zu wenig Notiz.“ Er hoffe sehr, dass die Arbeit der Maturantinnen auch umgesetzt werde und der Themenweg zum Paragleiten künftig mehr Andelsbucherinnen und Andelsbucher für den Flugsport interessieren kann. Der in der Arbeit aufgezeigte Pfad vom Dorfzentrum zur Talstation des Lifts, abseits des Autoverkehrs, soll dieses Interesse wecken. Die Autorinnen der Diplomarbeit hätten sich diese Realisierung verdient, waren sich alle einig. Dir. Hammerer hob hervor, dass es auch ein besonderes Zeichen der Wertschätzung wäre, würde das Projekt auch tatsächlich umgesetzt.
Niveau der Arbeiten sehr hoch
Hammerer bedankte sich auch namens der anderen teilnehmenden Schulen bei der Hypo, dass sie auch in schwieriger Zeit der Pandemie die Durchführung des Awards möglich gemacht hat. Es sei sehr schade, dass dieser Wettbewerb nur in abgespeckter Form abgeschlossen werden konnte und die Schlussveranstaltung vor großem Publikum abgesagt werden musste.
„Wenngleich das Siegerprojekt herausragte – das Niveau aller Arbeiten war erfreulich hoch und es war schade, dass diese nicht einem großen Publikum präsentiert werden konnten.“ „Auf’s Stockerl“ schafften es neben der Flugmeile Laura Wurm, Amelie Ritter und Leonie Feurstein (HLW Sacré Coeur Riedenburg) mit der Arbeit „Zwischen Trümmern und Träumen: Fluchtbewegung aus Syrien 2015“ als Zweite und Anna-Lena Elbs und Felizitas Sohler (HLW Marienberg) für ihr Plädoyer „Regionalität & Saisonalität – Mit gutem Gewissen isst es sich besser!“
Die Riedenburg-Maturantinnen beschreiben Erfahrungen von Jugendlichen mit Auswirkungen von Krieg und Flucht am Beispiel der Fluchtbewegung aus Syrien. Mit Engagement, Sensibilität und großer Empathie befassen sie sich mit historischen Hintergründen des Bürgerkrieges, beleuchten Fluchterfahrungen und schildern anhand des „Caritas Lerncafés“ die Integration von jungen Geflüchteten in Vorarlberg. Eine Veranstaltung zum Thema Flucht und Integration konnte aufgrund von Covid-19-Einschränkungen nicht stattfinden. Auch die Kolleginnen aus dem Marienberg mussten auf die Verkostung verzichten. Trotzdem gelang es ihnen sehr anschaulich aufzuzeigen, dass die Pandemie vieles verändert und das Bewusstsein um die Bedeutung von regional erzeugten Lebensmitteln wesentlich geschärft wurde. In Zusammenarbeit mit dem Martinshof in Buch kreierten die beiden u. a. für das Marienberg einen Speiseplan mit stärkerer Betonung von regionaler und saisonaler Kost.
Schwerwiegende Wermutstropfen
Am Beispiel dieser Arbeiten wird deutlich, wie schwierig es für Maturantinnen und Maturanten unter Pandemie-Erschwernissen war. Ein Wermutstropfen war auch der Wegfall der Live-Präsentation vor Publikum. Umso höher seien die durchwegs ausgezeichneten Leistungen zu bewerten, betonte Bildungsdirektor Kappaurer, der sich natürlich freute, dass die Wandertrophäe nach 2018 und 2019 zum dritten Mal in den Bregenzerwald geholt werden konnte.
Größter Wermutstropfen waren aber Einschränkungen bei der Preisverleihung: Wegen Corona fand diese nicht wie vor der Pandemie im Kuppelsaal der Landesbibliothek vor großem Publikum statt, sondern in allerkleinstem Rahmen im alten Landtagssaal in der Hypo – und selbst dabei konnten nur die beiden Siegerinnen eingeladen werden, um den Wanderpokal, einen Sparbuchgutschein und ein Paket für „Picknick, Spa, Yoga und Sport“ abzuholen. Nach Matura und wohlverdienten Ferien wird Sandra Bereuter ein Jahr im Landesdienst tätig sein und dann entscheiden, wie es karrieremäßig weitergehen soll, Sarah Kleber hat sich für ein IBWL-Studium an der FH Dornbirn entschieden. STP
