Gute Nachrichten für den BW-Zeugwart

Das Bundesverwaltungsgericht gibt Sayed Mustafa Murtazawi recht: Er darf vorerst bleiben.
Feldkirch, Wien Sein Fußballverein machte für ihn mobil, seine Schwester ging an die Medien, zwei engagierte Frauen und zwei Freunde begleiteten ihn zur Verhandlung nach Wien. Der Aufwand hat sich gelohnt: Der Afghane Sayed Mustafa Murtazawi darf vorerst in Vorarlberg bleiben. Das Bundesverwaltungsgericht gab seiner Beschwerde zu einem großen Teil statt. Er erhält eine “Aufenthaltsberechtigung plus”; also zeitlich befristet mit Arbeitserlaubnis.

Damit geht sein größter Wunsch in Erfüllung. Vor einigen Wochen erklärte der 36-Jährige den VN: “Ich hoffe, ich darf bald arbeiten. Ich möchte niemandem zur Last fallen.” Eine Einstellungszusage hat er bereits in der Tasche. Und Blau-Weiß Feldkirch dürfte seinen Zeugwart behalten. Wobei: “Jetzt darf er nicht nur arbeiten, jetzt soll er auch”, erzählt BW-Obmann Bernhard Neuberger. “Wenn sich seine Arbeit zeitlich mit dem Verein vereinbaren lässt, sind wir natürlich sehr froh, wenn er bleibt.” Am Donnerstagabend traf er sich bereits mit seinem Zeugwart. “Wir freuen uns jetzt einmal zusammen. Wir sind einfach glücklich, dass wir das erreichen konnten.”

Sayed Mustafa Murtazawi kam 2015 mit seiner Familie nach Österreich. Seine Schwester hat bereits einen positiven Bescheid in der Tasche und arbeitet. Der Rest der Familie muss zittern. Die Mutter sowie beide anderen Brüder erhalten kein Asyl, ihre Beschwerden laufen noch. Dass eine Entscheidung des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) aufgehoben wird, ist kein Einzelfall. Im Vorjahr gab es 21.500 Einzelentscheidungen in 17.000 Verfahren gegen BFA-Bescheide. 9730 wurden geändert oder aufgehoben.