Ein Triangel zum Einstand für den Onkologen

Onkologie-Netzwerk Vorarlberg wird kräftig ausgebaut.
Bregenz Zum Einstand gab es ein Triangel. Es stand symbolisch für jenes Vorhaben, das Primar Thomas Winder künftig als Koordinator leitet. Das Onkologie-Netzwerk Vorarlberg soll allen Krebspatienten die bestmögliche Behandlung gewährleisten, egal bei welchem Arzt oder in welchem Spital sie behandelt werden. „Es geht um eine einheitliche Diagnostik, Therapie und Nachsorge“, erklärte Primar Winder bei einer Pressekonferenz des Landes. Das Triangel schlägt derzeit allerdings ausschließlich für erwachsene Tumorpatienten. Die Kinderonkologie muss weiter auf eine umfassende Lösung warten. Er wolle eine Kooperation für die Zukunft nicht ausschließen, erklärte Winder auf VN-Nachfrage. In welcher Form könne er jetzt aber noch nicht sagen.
Verzahnte Abläufe
Von einem ersten Meilenstein des Gesundheits-Triangels sprach Landesrätin Martina Rüscher. Zu diesem Dreigestirn gehören die Stärkung der Prävention, eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Gesundheitssystems sowie eine optimale Betreuung jener Menschen, bei denen Heilung nicht oder nicht mehr möglich ist. Beim Gesundheitssystem liegt der Fokus auf Schwerpunktsetzungen in den Krankenhäusern, der verstärkten Zusammenarbeit zwischen Spitälern und niedergelassenem Bereich sowie dem Ausbau von Forschung, Aus- und Weiterbildung. Das präsentierte Onkologie-Netzwerk Vorarlberg fungiert dabei als Pilotprojekt. Mit im Boot sind auch Krebshilfe und die aks gesundheit. Die Krebsforschung habe in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt, umso mehr bedürfe es in der Behandlung eines stark verzahnten Ablaufs, sprach Thomas Winder, Leiter der Interne II am LKH Feldkirch, von einer sehr komplexen Sache.
Studienzentrum geplant
Pro Jahr gibt es in Vorarlberg 1700 bis 1800 Neudiagnosen, am häufigsten von Brust-, Lungen- und Darmkrebs. „Ein Ziel ist, unseren Patienten moderne Diagnostik und Therapien frühzeitig anbieten zu können“, betonte Winder. Dafür plant er die Einrichtung eines onkologischen Studienzentrums: „Das gesamte Wissen wäre optimal gebündelt.“ Allein für sich sei jedes Haus jedoch zu klein. Nun soll es das Netzwerk richten. Noch heuer kommt in allen Krankenhäusern eine digitale Tumorplattform zum Einsatz, die den interdisziplinären Austausch auf dem neuesten Stand der Technik erlaubt und auf weitere onkologische Erkrankungen ausgeweitet wird. Auch das Krankenhaus Dornbirn ist angeschlossen. Nach einer Testphase soll das Tumorboardsystem landesweit kommen. Ebenfalls neu ist ein webbasiertes Tumordokumentationssystem. Es liefert unter anderem die Daten für die vom LKH Feldkirch anvisierte Zertifizierung als Tumorzentrum. Bis Ende 2022 wird nicht mehr und nicht weniger als das Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft angestrebt.
Ein bedeutender Teil des Netzwerks sind auch Krebshilfe und aks gesundheit. Die Krebshilfe kann pro Jahr mit sechs Therapeuten rund 800 Krebspatienten betreuen. „Psychoonkologische Begleitung kann Betroffenen dabei helfen, ihre Situation besser zu bewältigen“, sagte Krebshilfe-Präsident OA Bernd Hartmann. Wichtig sei, dass sie bereits im Krankenhaus eine solche Beratung erhalten. Die aks gesundheit hilft in der im September 2020 in Betrieb gegangenen ambulanten Reha bei der Rückkehr in den privaten, gesellschaftlichen und beruflichen Alltag.