Stahltragwerk erreicht nun das Rheinbett

Vorarlberg / 30.05.2021 • 17:07 Uhr
Die stählerne Tragkonstruktion der neuen Rheinbrücke erreichte von der Fußacher Seite das Flussufer. <span class="copyright">G. Grabher</span>
Die stählerne Tragkonstruktion der neuen Rheinbrücke erreichte von der Fußacher Seite das Flussufer. G. Grabher

Das stählerne Tragwerk der neuen Rheinbrücke ist bis ans Flussbett vorgeschoben. Verkehrsfreigabe soll im Herbst 2022 erfolgen.

Fußach, Hard „Wir liegen gut im Zeitplan, und dies trotz Corona“, sagt Michael Egger (52), Bauleiter des Landes Vorarlberg über den Fortschritt des 70-Millionen-Projektes der neuen Rheinbrücke zwischen Fußach und Hard. Die kritische, weil wasserstandabhängige Phase der Pfeilerbauten in den Vorländern war in die Wintermonate gelegt worden, während denen keine Hochwässer drohen. Das Überschwemmungsgebiet zwischen den Dämmen ist bereits seit April wieder saniert.

Schweißarbeiten in Zelthalle

Gegenwärtig arbeitet in der Zelthalle am Fußacher Ufer ein 25 Mann starkes Team von kroatischen Spezialisten, das die Teile des stählernen Tragwerkes zusammenschweißt. Die ersten Stücke der Tragkästen wurden aus Kärnten angeliefert, nun folgten Lieferungen aus Tschechien und Ungarn. Dank der Einhausung können die Schweißarbeiten störungsfrei durchgeführt werden. Die Abdeckung der Arbeitsstätte hat sich besonders gegen das regnerische, kalte und windige Maiwetter bewährt.

Die Hunderte Tonnen schwere Last der Stahltröge wird abschnittsweise von der Fußacher Seite über die Vorländer Richtung Hard vorgeschoben. Für diese Arbeit wurden vier hydraulische Pressen installiert, die für den nötigen Schub sorgen. Damit die Konstruktion nicht abfällt, wurden die jetzt hoch aufragenden Hilfsjoche installiert, die über die stützenden Tragseile das gewaltige Gewicht halten. Sie werden nach der Errichtung der eleganten Pylone wieder abgebaut werden.

Hilfsjoch im Rheinbett

Gegenwärtig steht auch noch ein Hilfsjoch im Rheinbett, das aber nach Fertigstellung des Bauwerkes ebenfalls wieder entfernt wird. Die bei normalem Wasserstand rund 125 Meter über des Rheinbett werden freitragend überspannt, was auch Verklausungen durch Schwemmgut bei Hochwässern unmöglich macht. Dies ist neben der 2,5 Meter höheren Querung des Flusses auch eine Bedingung des Rhesi-Projektes, das eine gefahrlose Abfuhr von pro Sekunde 4300 Kubikmeter Hochwasser garantiert. Der Flußabschnitt zwischen Fußach und Hard gilt als besonders hochwassergefährdet.

Hauptlast Betonfahrbahn

Die schwerste Last für die Tragwerkskonstruktion, wenn sie die Harder Seite erreicht haben wird, steht ihr erst bevor. Die über die Pylone gepannten Stahlkabel, bestehend aus 53 Litzen und sind an die 30 Zentimeter stark, müssen dann die betonierten Fahrbahnen übernehmen. Die Betonarbeiten werden im Laufe des heurigen Herbsts beginnen und dann in Teilstücken aufgebracht.

Die neue Brücke mit einer Gesamtlänge von 255 Metern wird insgesamt 24,37 Meter breit, das ist Platz genug für zwei Fahrbahnstreifen und eine Busspur. Das sollte für den Verkehr auch der nächsten Jahrzehnte ausreichend sein, zumal bereit jetzt täglich rund 15.000 Autos über die alte, zum Abbruch vorgesehene Betonbrücke an dieser Stelle den Rhein queren. Für die gegenwärtig 4000 bis 5000 Radfahrer täglich ist ein sicherheitstechnisch abgetrennter fünf Meter breiter Rad- und Gehweg vorgesehen. gg

Das Hilfsjoch, das jetzt im Wasser steht, wird wieder abgebrochen.
Das Hilfsjoch, das jetzt im Wasser steht, wird wieder abgebrochen.