Widerstand gegen geplantes Nachtlokal in Dornbirner Zentrum

Anwohner der Mozartstraße befürchten Lärm und Verkehr.
Dornbirn In der Schulgasse 34, gegenüber dem Stadtmarkt soll eine Gastromeile entstehen, ein Lokal im Obergeschoss laut Antrag bis 4 Uhr morgens geöffnet haben. Das missfällt den Anwohnern der Mozartstraße, die sich schon vor Jahren zu einem Bürgerkomitee zusammengeschlossen haben. Sie befürchten ausufernde Lärmbelästigung und ein Verkehrschaos.
„Ein Gastrokonzept dieser Größenordnung mit dem jetzigen Verkehrsregime wäre der totale Kollaps“, mahnen die Mitglieder des Bürgerkomitees. Betroffen fühlen sie sich vor allem von den langen Öffnungszeiten des geplanten Nachtlokals. Denn schließlich rollen spätestens ab sechs Uhr Liefer-Lkw durch die Straße. Wenn die Gastronomie bis vier Uhr morgens aufhat, bleiben nur zwei Stunden wirkliche Nachtruhe, rechnen die Anwohner vor. Nach ihrem Willen soll um Mitternacht Schluss sein.
Fußgängerzone umsetzen
Der Ärger der Anwohner reicht weit zurück, denn schon vor elf Jahren haben sie sich zusammengefunden, um eine Verbesserung der Verkehrssituation in ihrem Quartier einzufordern. Getan habe sich zu wenig, Tausende Fahrzeuge rollen jeden Tag durch die Mozart- und Moosmahdstraße, viele Schweizer würden durch ihre Straße statt in die Stadtgarage fahren. Daher fordert das Bürgerkomitee neben einem Parkleitsystem die sofortige Umsetzung der angedachten Fußgängerzone in der Schulgasse sowie weitere Tiefgaragenausfahrten und unterirdische Parkplätze.
Bei Stadtplanungs- und Verkehrsstadtrat Julian Fässler (VP) stoßen sie nur zum Teil auf Verständnis. „Grundsätzlich müssen wir froh sein, dass ein Investor in ein großes Projekt in der Innenstadt investiert“, erklärte er auf Nachfrage der VN. Die Mozartstraße sei zwar gut befahren, die Stadt habe aber durchaus Maßnahmen gesetzt, auch würde die Stadtpolizei kontrollieren. Aus Sicht des Bürgermomitees aber nicht in ausreichendem Maße.
Eine Fußgänger- oder Begegnungszone kann die Stadt nicht allein umsetzen, wie Fässler erläutert. „Uns gehört nur der Fahrstreifen, die Parkplätze und der Gehsteig gehören dem Eigentümer des Gebäudes“, erklärte er. Auch die Zusammenlegung der Tiefgaragen Stadtmarkt und Sutterlüty mit zusätzlichen Ausfahrten sei zwar wünschenswert, sei aber die Entscheidung privater Eigentümer.
Ob ein Nachtlokal wirklich bis vier Uhr auf haben darf, sei ohnehin fraglich, hier gelte es das Ergebnis der gewerberechtlichen Verhandlung mit der Bezirkshauptmannschaft und deren Meinung zur Lärmbelastung abzuwarten. Die Bürgermeisterin könnte je nachdem eine restriktivere Öffnungszeit festlegen, erläutert Fässler, üblich sei in der Innenstadt eher zwei Uhr morgens. Ein Termin mit Vertretern des Bürgerkomitees im Rathaus sei bereits anberaumt.VN-pes
„Uns gehört in der Schulgasse der Fahrstreifen, nicht Gehsteig und Parkplätze.“

