Rankweil legt Fundament für neuen Ortskern

Vorarlberg / 26.05.2021 • 17:24 Uhr
Nach rund einem Jahr Planung und einstimmigem Beschluss geht es jetzt los mit der Ortskernentwicklung. <span class="copyright">VN/SAms</span>
Nach rund einem Jahr Planung und einstimmigem Beschluss geht es jetzt los mit der Ortskernentwicklung. VN/SAms

Vorschläge der Grünen finden Eingang in Endbericht; Rokep einstimmig beschlossen.

RAnkweil Bis kurz vor Mitternacht dauerte die vierte öffentliche Rankweiler Gemeindevertretungssitzung im Vinomnasaal. Mehrere Stunden diskutierten die vier Parteien – fachlich und konstruktiv – über den Tagesordnungspunkt Räumliche Ortskernentwicklungsplanung, nachdem das sogenannte Rokep – ein 100-seitiges Papier – von Gesamtprojektleiter Wolfgang Ritsch und seinen Mitarbeitern Helena Weber und Alex Kuen präsentiert worden war.

Das Wichtigste gleich vorweg: Das Rokep wurde einstimmig beschlossen. Aber: „Wir müssen nun in den Gremien weiter diskutieren, wie es ab sofort mit dem Projekt weitergehen soll“, so Vizebürgermeister Andreas Prenn. Bedenklich findet er, dass es vom Grünen Forum „immer wieder in einen andere Richtung geht“. Die Prozesse seien nach jeder Planungsphase ganz klar abgestimmt gewesen, auch mit den Grünen – doch im Nachhinein würden immer wieder andere Vorschläge kommen. Im Vorfeld der Sitzung hatten die Rankweiler Grünen in einer Pressekonferenz vier Punkte vorgebracht, die aus ihrer Sicht keine entsprechende Berücksichtigung gefunden hätten. Die VN-Heimat berichtete.

„Zentrum steht nichts im Weg“

Schlussendlich wurden die Vorschläge des Grünen Forums allesamt im Endbericht berücksichtigt. „Die von uns geforderten Punkte im Bereich Verkehrsberuhigung und Energie wurden in die Planung aufgenommen. Somit steht einem neuen, lebendigen Zentrum nichts mehr im Weg“, zeigten sich Gemeinderat Alejandro Schwaszta und Parteiobmann Christoph Metzler über den einstimmigen Beschluss in der Marathon-Sitzung erfreut.

Dem Antrag des Grünen Forums, dass der Baustart der Begegnungszone Ringstraße in der ersten Jahreshälfte 2023 erfolgen soll, wurde ebenfalls einstimmig zugestimmt. Die Marktgemeinde wird nun das Land Vorarlberg auffordern, den Baustart zu forcieren. Und auch dass die Ausdehnung der Fußgängerzone in der oberen Bahnhofstraße geprüft wird, fand letztendlich Anklang – das Projekt Bahnhof Nord wird in die Zentrumsplanung mit einbezogen.

In die Planung aufgenommen werden ebenso Prämissen bezüglich Energie (e5-Programm) und Klimaanpassung im Zentrum. Die intensive Beschäftigung der grünen Fraktionsmitglieder mit den Unterlagen habe Früchte getragen, so Schwaszta: „Durch das genaue Studium der Unterlagen konnten wir auf Versäumnisse hinweisen und wichtige Verbesserungen für die Rankweilerinnen und Rankweiler in die Planung des Zentrums reinreklamieren.“

Rankweils Potenzial nutzen

Das Projekt ist also fertig – jetzt folgen Taten. In Worten des Projektleiters Ritsch ausgedrückt: „Rankweil hat noch sehr viel Potenzial und Luft nach oben, das wurde bisher nicht genutzt. Das wird und muss man bald ändern.“ So sollen in Kürze zwei neue Kreisverkehre (Nähe Opel Tschann und Nähe Gasthof Taube) umgesetzt werden. In den Startlöchern steht auch der Neubau des Kinderbetreuungshauses Marktplatz Süd: Der Architekturwettbewerb findet am 1. Juni statt, Anfang Dezember soll die Bauvergabe erfolgen. Ein Baustart ist bereits im Frühjahr 2022 möglich. Im Rokep mit eingebunden sind außerdem zehn wichtige Bauprojekte. Vor allem die Gasthäuser Sternen und Kreuz, das Rauch/Raiba-Areal oder die Videothek sind Schwerpunkte, die es möglichst bald zu realisieren gilt. „Rankweil wird im Jahr 2025 schon ein völlig neues Gesicht erhalten haben und anders ausschauen“, prognostiziert Vizebürgermeister Prenn. VN-TK