Pläne für neue Batschunser Feuerwehrheimat

Vorarlberg / 25.05.2021 • 16:14 Uhr
Eine Notlösung, die zum Dauerzustand wurde: Die Remise ist seit 21 Jahren der Stützpunkt für die Feuerwehr Batschuns.<span class="copyright">Egle</span>
Eine Notlösung, die zum Dauerzustand wurde: Die Remise ist seit 21 Jahren der Stützpunkt für die Feuerwehr Batschuns.Egle

Statt Sanierung Abriss der Remise und Bau eines neuen Stützpunkts.

Zwischenwasser Der Verwaltung wird gerne mal vorgeworfen, dass sie eher langsam und träge in ihren Entscheidungen ist und so manches Provisorium zur Dauerlösung wird. Ein Beispiel dafür, dass dies ab und an durchaus so sein kann, und gleichzeitig das beste Gegenbeispiel dafür, ist die Entwicklung rund um die Remise Batschuns, der Ortsteilstützpunkt der Feuerwehr.

Vor 21 Jahren erhielt der Batschunser Einsatzzug ein neues Fahrzeug und fand gleichzeitig im ehemaligen Raiffeisenlager, der sogenannten Remise, sein neues Zuhause. Eine Notlösung, wie damals propagiert wurde, die aber bis heute weiterhin besteht. Der „Feuerwehrstützpunkt“, der weder von außen noch von innen wirklich als solcher bezeichnet werden kann, besteht eigentlich nur aus einer Garage für das Fahrzeug. Es gibt keine Sanitäranlagen, keine Lagermöglichkeiten und auch keine Räumlichkeit für die Mannschaft in Sachen Fortbildung, Kommunikation oder Verpflegung. Zudem wohl einzigartig im Land: Das Feuerwehrauto muss vorwärts in der Garage parken und deshalb im Einsatzfall mühevoll und unter Vergeudung wertvoller Zeit rückwärts ausgeparkt werden – anders könnte die Straße nicht erreicht werden.

Planänderung wegen Mehrkosten

Bereits 2017 war Kommandant Mathias Natter bemüht, diese Notlösung endlich zufriedenstellend für Feuerwehr, Nachbarn und Gemeinde zu regeln. Immerhin erreichte er einen Grundsatzbeschluss für eine Sanierung aus dem Jahr 2019. Was folgte, war zwar eine Baubewilligung, aber ebenso ein verschobener und letztlich doch durchgeführter Gemeindewahlurnengang.

Nach dem Machtwechsel sollte noch vor dem Sommer mit der Sanierung begonnen werden. Eine erneute Prüfung vor dem Baustart ergab aber plötzlich zwei schwerwiegende Probleme. Zum einen zeigte die nötige Prüfung der Statik schwere Mängel an ebendieser, was zum anderen eine Kostenexplosion von ursprünglich 200.000 Euro auf rund 340.000 Euro mit sich gebracht hätte. Nun zogen Gemeindeamt und Feuerwehr gemeinsam die Handbremse, und es hieß zurück zum Start. Innerhalb kürzester Zeit wurden der Abriss der Remise und die Errichtung eines Neubaus beschlossen.

Kommandant Natter und Architekt Wolfgang Kopf müssen sich nun um die Erstellung eines Plans und eines Kostenvorschlags für den Neubau kümmern. Diese sollen dann bei der letzten Gemeindevertretungssitzung vor der Sommerpause am 15. Juli präsentiert werden. Orientieren wird man sich dabei an den ursprünglich budgetierten 200.000 Euro und dem Bedarfskonzept der Ortsfeuerwehr. Neben einer Garage sollen ein passender Mannschafts- und Gesellschaftsraum sowie Sanitär- und Lagermöglichkeiten geschaffen und dabei eine enge Abstimmung mit den Nachbarn gesucht werden. Insgesamt strebt man eine ähnliche Lösung wie beim Stützpunkt Dafins an.

Lösung ist unumgänglich

Bei positiver Begutachtung seitens der Politik könnte bereits im Herbst der Abriss erledigt, kommendes Frühjahr der Baustart erfolgt und das Projekt im Herbst 2022 abgeschlossen sein. Die Einreichung soll noch in diesem Jahr erfolgen, da in diesem Fall eine beträchtliche Fördersumme aus der sogenannten Gemeindemilliarde des Bundes lukriert werden könnte. Für Kommandant Mathias Natter ist eine zeitgerechte Lösung für Batschuns so oder so unumgänglich: „Laut Vorgabe des Landesfeuerwehrverbandes müssen wir in zehn Minuten an einem Einsatzort sein. Unser Gemeindegebiet ist dermaßen weitläufig, dass dies ohne die historisch gewachsenen Stützpunkte in Dafins und Batschuns völlig unrealistisch wäre. Zudem erachte ich die nun angedachte Lösung neben dem Sicherheitsaspekt für die Bevölkerung auch als eine Anerkennung des Einsatzes unserer aktiven Kameraden des Löschzugs Batschuns.“ CEG