Vorarlberg fährt Testangebot ab nächster Woche zurück

Aufgrund der steigenden Impfquote brauche es nicht mehr so viel Testmöglichkeiten, erklärt Landeshauptmann Markus Wallner im Pressefoyer ab 11.15 Uhr.
Bregenz Durch den Impffortschritt und die Zulassung wie auch gute Annahme der Wohnzimmertests sei es nun möglich, das öffentliche Testangebot schrittweise zurückzufahren. Da Geimpfte von der Testpflicht befreit wurden, sei bereits ein Rückgang der Nachfrage spürbar, erklärt Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) beim Pressefoyer des Landes am Dienstag. Hinzu kommt, dass die Wohnzimmertests nun auch in der Gastronomie gültig sind und damit Druck von den Teststraßen nehmen. Hier komme den Gemeinden eine wichtige Rolle zu, da diese Wohnzimmertests über die Gemeindestuben erhältlich bleiben. Diese sind auch für Beherbergungsbetriebe wie auch Klein- und Mittelunternehmen die Ansprechpartner.
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Inzwischen wurde bereits jeder zweite Impfberechtigte in Vorarlberg zumindest teilimmunisiert. Da die Freigabe des Impfstoffes für Jugendliche erwartet wird, ruft Wallner diese auf, sich nun ebenfalls für die Impfung vormerken zu lassen. Dies gilt für alle von 12 bis 16 Jahre, dies dürften zwischen 16.000 und 20.000 Menschen in Vorarlberg sein.
Derzeit gibt es in Vorarlberg 149 Gratis-Teststationen. Davon stellen 8 das Land, 79 die Gemeinden, 15 werden durch den Testbus angefahren, 6 durch das Bundesheer und 41 der Apotheken und deren Partner. Sicherheitslandesrat Christian Gantner möchte hier dezidiert das Rote Kreuz als wichtigstem Partner danken, im Vergleich zu Vorarlberg könnten die meisten Bundesländer nur 2/3 der Testmöglichkeiten pro 100.000 Einwohner anbieten.
Die nächsten Schritte
Zurückgefahren wird nun in folgenden Bereichen:
- Bis 29. Mai werden alle Teststationen im bisherigen Umfang weiter betrieben
- Ab 29. Mai zieht sich das Bundesheer aus dem Testbetrieb teilweise zurück. In Ludesch und Frastanz werden die Stationen aufgelassen, Jene in Götzis und Hohenems werden zusammengelegt (Betrieb Götzis am MO, MI, FR; in Hohenems am DI, DO, SA). Lauterach und Bregenz werden von der Gemeinde im gleichen Umfang weiter betrieben.
- Ab 31. Mai beenden der Testbus wie auch die Landes-Teststation in Altach ihren Betrieb.
- Am Anfang Juni folgen weitere bedarfsorientierte Anpassungen. Selbstzahler-PCR-Tests können ab dann nur mehr bei den Apotheken und privaten Anbietern durchgeführt werden.
- Mit 12. Juni schließen alle Bundesheer-Teststationen vollständig.
- Im Sommer wird es ein flächendeckendes Angebot in den Bezirken sowie dem Bregenzerwald, Kleinwalsertal und Montafon geben, allein schon um die Sicherheit der Gäste im Land sicherzustellen.
Man werde weiterhin jedoch auf die Entwicklungen reagieren, betont Gantner. Der Testbus bleibe beispielsweise in der Reserve, um schnell reagieren zu können.
Die Teststrategie des Landes habe sich während der Modellregion bewährt, allein schon durch das Auffinden vieler asymptomatischer Fälle. Allein seit Jänner 2021 wurden in Vorarlberg 2,5 Millionen Testungen durchgeführt. Seit der Kalenderwoche 18, in der rein theoretisch mit 380.000 registrierten Tests ganz Vorarlberg einmal getestet wurde, ist die Zahl der Testungen nun rückläufig, betont Wallner. Auch Gantner betont, dass die hohe Testbereitschaft mit den Öffnungsschritten noch weiter zunahm und den Erfolg des Landes bei den Testungen ermöglichten.
Das Notversorgungszentrum im Messequartier in Dornbirn werde außerdem mit Ende Monat abgebaut – mit der Option einer schnellen Reaktivierung, versichert Wallner.
Wallner will Lockerungen für Vereine und Angestellte
Auf die Frage, ob es noch weitere Lockerungen geben soll und bis wann, rechnet Wallner für Juni mit den nächsten Lockerungen, die Vorzeichen seien entsprechend gut aus heutiger Sicht. “Das Hin und Her in der Regierung hilft keinem”, betont Wallner, hier brauche es eine klare Struktur. Man werde sich diese Woche noch bezüglich der Maskenpflicht sprechen müssen. Hier wäre ein Ende der Masken im Freien denkbar, in Handel und Gastronomie müsse man Anpassungen für das Personal andenken.
Die Vorschläge aus dem Gesundheitsministerium hält Wallner für die richtige Richtung, weitere Lockerungen in der Gastronomie und den Vereinen bei Abstandsregeln und die 20 Quadratmeter pro Person seien zu prüfen. “So etwas wie eine Musikprobe kann derzeit faktisch nicht stattfinden”, sieht Wallner Handlungsbedarf. Mit Anfang Juli könne man dann weitere Schritte andenken, bei einer entsprechenden Entwicklung könne man hier eventuell tatsächlich auf alle Auflagen verzichten. Hier erhofft das Land Vorarlberg für Ende dieser Woche einen Stufenplan. Mit dem Blick auf Vorarlberg würde sich Wallner durchaus wünschen, dass sich diesen Sommer bei den Festspielen die Zuschauerreihen wieder füllen können.