Rankler Ortskern kann Zankapfel werden

Zentrumsentwicklung steht vor Beschlussfassung. Grüne sind im Vorfeld kritisch und bringen offene Punkte ein.
Rankweil Unter dem Motto „Für Rankweil gemacht“ wurde die Rankweiler Ortskernentwicklung in jeder Phase des Prozesses und bei allen Schritten mit den Beteiligten – unter anderem auch allen Rankweiler Fraktionen – laufend abgestimmt, wie die Rankweiler Volkspartei in einer Aussendung festhält. Der nun vorliegende Endbericht steht heute, Dienstagabend, auf der Tagesordnung der Gemeindevertretungssitzung.
Ortskern neu gedacht
Sämtliche in den Masterplänen festgehaltenen Maßnahmen werden sich in vier definierten Begegnungsräumen abspielen: Marktplatz und Ringstraße Süd, Liebfrauenberg, Bahnhofstraße sowie Ringstraße. In insgesamt über 6000 Arbeitsstunden haben Bürger, Vertreter der Marktgemeinde aus Verwaltung und Politik sowie Eigentümer und Meinungsbildner aus der Bevölkerung die Zukunft des Rankweiler Ortskerns neu gedacht. Im Hintergrund erarbeiteten der Zürcher Bauprojektentwickler intosens und das Fachplanungsteam Lösungsansätze, die in Workshops vorgestellt, selektiert und konkretisiert wurden. Daneben gab es einen Experten- und einen Jugendworkshop, die Einbindung des Gestaltungsbeirats sowie regelmäßige Treffen der Steuerungsgruppe, in der auch alle Rankweiler Fraktionen vertreten waren.
Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall geht deshalb auch davon aus, dass „alle politischen Fraktionen die Maßnahmen in der Gemeindevertretung mittragen – so wie sie es bereits im Zuge des Prozesses getan haben“. Und weiter: „Nur so können wir die erarbeiteten Rahmenbedingungen bei in Kürze anstehenden, für die Ortskernentwicklung bedeutenden Großprojekten umsetzen und einfordern“, sagt sie und betont, dass die Ortskernentwicklung damit keineswegs abgeschlossen sei, sondern es nun vielmehr an die Umsetzung der bereits definierten Maßnahmen gehe.
Vier grüne Punkte
Im Vorfeld der Sitzung haben die Rankweiler Grünen in einer Pressekonferenz nun aber vier Punkte vorgebracht, die bis dato keine entsprechende Berücksichtigung gefunden hätten – auch wenn die Beteiligung des Grünen Forums am Planungsprozess intensiv war, wie Gemeinderat Alejandro Schwaszta betont, sei einiges „Wichtiges auf der Strecke geblieben“. Kritisiert wurde vor allem, dass bei der Planung der Begegnungszone Ringstraße Stillstand herrsche: „Laut Aussagen der Bürgermeisterin wird dieser Punkt auf 2025 verschoben“, so Schwaszta.
Fraktionsobmann Christoph Metzler bringt ein autofreies Zentrum ins Spiel und weist darauf hin, dass der Fokus auf Tiefgaragen liege: „Hier zählen offenbar Autos mehr als die Aufenthaltsqualität und Begegnung von Menschen!“

Ein Dorn im Auge ist den Grünen auch der Ausschluss des Bahnhofs Nord. Sie fordern, dass das Gebiet mit all seinen Gestaltungsmöglichkeiten in die Planung mit aufgenommen wird. Erste Ansätze dazu wurden, wie die Grünen kritisieren, im Keim erstickt. In den Endbericht aufgenommen gehört laut Metzler und Schwaszta auch eine Energieraumplanung für das Zentrum. Es brauche eine klare Vorgabe, damit fossile Heizsysteme aus Gebäuden verschwinden. Im Wesentlichen geht es den Grünen um die Begegnungszone Ringstraße, um ein autofreies Zentrum rund um den Marktplatz, um die Einbeziehung des Bahnhofs Nord und um eine Energieplanung.
Hoffen auf schwarze Zustimmung
Nachdem die Rankweiler Volkspartei 22 Stimmen, das Grüne Forum aber lediglich acht Stimmen hat, könnte der Beschluss zur Ortskernentwicklung auch ohne Berücksichtigung der geforderten Punkte gefasst werden. Die Grünen sind aber „guter Hoffnung, dass unsere vier Punkte die Zustimmung der stimmenstärksten Partei erhalten“. Im Endbericht sollten die Ergänzungen jedenfalls enthalten sein, so Schwaszta.
Workshop-Präsentation, Maßnahmen und Statements aus der Gemeindepolitik unter www.rankweil.at/ortsentwicklung. VN-TK
Video
Forderungen der Rankler Grünen
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