Jüdisches Museum freut sich auf Feldkirchs Schüler

Kooperation ermöglicht Schulklassen kostenlosen Besuch.
FEldkirch Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm, mit dem speziell Kinder und Jugendliche angesprochen werden, ist neben dem Ausstellungsbetrieb das zweite Standbein des Jüdischen Museums in Hohenems. Damit auch Feldkircher Schüler von dieser wichtigen Einrichtung profitieren können, hat die Stadt nun eine Kooperationsvereinbarung mit dem Jüdischen Museum getroffen. Ziel ist es, möglichst vielen Kinern und Jugendlichen den Museumsbesuch zu ermöglichen.
Die Vereinbarung sieht vor, dass die Stadt an das Museum einen Jahresbeitrag von 3500 Euro leistet – damit soll einen Teil der Kosten für das Vermittlungspersonal abgedeckt werden. Als Gegenleistung ist für alle Schulklassen aus Feldkirch der Eintritt im Museum frei und die Teilnahme an Workshops und sonstigen Vermittlungsprogrammen kostenlos. Das angebotene Programm ist für Schulklassen geeignet und stellt eine wertvolle Ergänzung zum gewöhnlichen Schulunterricht dar. Darüber hinaus haben Pädagogen die Gelegenheit, kostenlos an Workshops und sonstigen Informationsveranstaltungen teilzunehmen. „Wir freuen uns, dass wir mit der Stadt Feldkirch eine dauerhafte Zusammenarbeit vereinbaren konnten“, so Museumsdirektor Hanno Loewy. Erfreut über die Kooperation zeigt sich auch Kulturstadträtin Laura Fetz: „Mich freut besonders, dass Feldkircher Schulklassen diesen Ort der Geschichte(n) ab Juli kostenlos erleben können. Feldkirch“, so Fetz, „leistet seinen Beitrag zu einer Institution, die unseren Zusammenhalt stärkt und zum Nachdenken anregt: Über das Gestern, das Heute und das Morgen.“
Geschichte des Jüdischen Museums
Das Jüdische Museum Hohenems wurde 1991 in der Villa Heimann-Rosenthal im Zentrum des ehemaligen Jüdischen Viertels eröffnet. Diskutiert darüber wurde bereits seit den 1970er-Jahren. Als die Stadt 1983 die Villa erwarb, rückte die Chance einer Museumsgründung in greifbare Nähe. Kulturpolitisch engagierte Bürger gründeten 1986 den Verein Jüdisches Museum Hohenems, um die Möglichkeit zu eröffnen, jüdische Geschichte, jüdisches Leben und Kultur kennenzulernen. 1989 wurde ein Museumskonzept erarbeitet, das die Geschichte der Juden in Vorarlberg unter der Perspektive des Verhältnisses zwischen Minderheit und Mehrheit veranschaulicht. Das Museum wurde als „begehbares Buch“ gestaltet, in dem die zumeist schriftlichen Zeugnisse der Geschichte der Gemeinde präsentiert wurden.
Das Museum erinnert an die Jüdische Gemeinde Hohenems und ihre vielfältigen Beiträge zur Entwicklung Vorarlbergs und des Alpenraums. Es erzählt eine exemplarische Geschichte der Diaspora. Und es beschäftigt sich mit jüdischer Gegenwart in Europa, mit Fragen des Zusammenlebens und der Migration. Dazwischen steht das Ende der Jüdischen Gemeinde von Hohenems, markiert durch NS-Geschichte, Antisemitismus, Vertreibung und Deportation. Entlang dieser Bruchlinien der regionalen und globalen Geschichte widmet es sich den Menschen, ihren Erfahrungen und Lebensgeschichten und pflegt Beziehungen zu den Nachkommen jüdischer Familien aus Hohenems in aller Welt.