Bildungszentrum zeigt als Vorzugsschülerin auf

Vorarlberg / 19.05.2021 • 15:45 Uhr
Auf ein gesundes Raumklima und eine gute Innenraumluftqualität für die Kinder und Pädagogen wurde besonderer Wert gelegt. <span class="copyright">FOrster-Jochum</span>
Auf ein gesundes Raumklima und eine gute Innenraumluftqualität für die Kinder und Pädagogen wurde besonderer Wert gelegt. FOrster-Jochum

Bestnoten in Sachen Energieeffizienz bringen Zusatzförderung für neues Schulzentrum in Frastanz.

frastanz 969 von 1000 möglichen Punkten beim Kommunalgebäudeausweis. Dieses Ergebnis bedeutet eine Top-3-Platzierung unter den bisher 125 kommunalen Vorzeigebauten in Vorarlberg. Das neu errichtete Bildungszentrum Hofen in Frastanz erzielt in Sachen Energieeffizienz, Ökologie und gesundes Raumklima einen Rekordwert. Und dafür gibt es 720.000 Euro netto Zusatzförderung.

„Das Bildungszentrum Hofen ist ein Leuchtturmprojekt und ein Musterbeispiel dafür, dass es mit sorgsamer Planung und konsequenter baulicher Umsetzung möglich ist, auch große Bauvorhaben umweltgerecht umzusetzen und damit langfristig viel Geld einzusparen“, gerät Dietmar Lenz, Leiter des Bereichs „Nachhaltige Beschaffung und Vergabe“ beim Vorarlberger Gemeindeverband, beinah ins Schwärmen. Er steht Gemeinden seit vielen Jahren zur Seite, wenn sie öffentliche Gebäude neu errichten, sanieren oder erweitern und dabei nachhaltig investieren wollen. „Bauökologisch und energetisch optimierte Gebäude kosten nur rund ein bis zwei Prozent mehr als Standardgebäude. Die bessere Energieeffizienz sowie der geringere Wartungs- und Betriebsaufwand machen diese Mehrkosten aber rasch wieder wett“, weiß Lenz. Bauherren, Architekten und die beteiligten Baufirmen werden vom Gemeindeverband und seinen Partnern, dem Energieinstitut Vorarlberg und der Firma Spektrum, umfangreich während des gesamten Planungs- und Ausführungsprozesses unterstützt, wenn sie sich entscheiden, nachhaltig zu bauen.

Enegieeffizienz und Ökologie brachten dem neuen Bildungszentrum Hofen eine Top-3-Platzierung unter den kommunalen Vorzeigebauten. <span class="copyright">SST</span><span class="copyright"> </span><p class="caption"><span class="copyright"></span></p>
Enegieeffizienz und Ökologie brachten dem neuen Bildungszentrum Hofen eine Top-3-Platzierung unter den kommunalen Vorzeigebauten. SST

Angestrebtes Ziel übertroffen

Wenn das Bauwerk steht, wird im Detail überprüft, wie sehr die Anstrengungen dafür gefruchtet haben. Das Ergebnis wird dann in einem Kommunalgebäudeausweis (KGA) festgehalten. Das Bildungszentrum Hofen erreichte bei dieser Prüfung den drittbesten Wert überhaupt. „Dazu kann man der Marktgemeinde Frastanz nur gratulieren“, betont Lenz.

Auch Bürgermeister Walter Gohm zeigt sich hocherfreut. „Die Gemeindevertretung hat schon im Architektenwettbewerb ehrgeizige ökologische und energetische Ziele vorgegeben“, erinnert Gohm. Mit dem Grundsatzbeschluss für den Bau wurde festgehalten, dass mindestens 850 der 1000 möglichen Punkte erreicht werden müssen und ein Wert von 900 Punkten angestrebt werden soll. „Dass es jetzt sogar 969 Punkte geworden sind, ist sensationell“, so Gohm. Er bedankt sich dafür bei allen beteiligten Planern und Baufirmen sowie namentlich auch bei Bauamtsleiter Robert Hartmann, der als Projektleiter federführend die Verantwortung übernommen hat.

Weniger Kosten, mehr Förderung

Die erfolgreichen Bemühungen um diesen Bestwert bedeuten für die Marktgemeinde Frastanz zunächst eine direkte Förderung des Landes in Höhe von 720.000 Euro netto. Dabei hielt sich der Mehraufwand für die ökologische Optimierung in Grenzen. Die von der Gemeindevertretung vorgegebenen Baukosten von insgesamt 16,5 Millionen Euro netto werden definitiv eingehalten. Die Prüfung bescheinigt dem Bildungszentrum Hofen auch die Erfüllung der Europäischen Norm für Null-Energiehäuser („nearly zero emission EU Standard“). Der Energieverbrauch liegt in solchen Gebäuden rund 80 Prozent unter dem von Standardgebäuden. „Damit spart sich die Marktgemeinde auch langfristig viel Geld“, so Bürgermeister Gohm. Mindestens ebenso wichtig wie der finanzielle Aspekt sind ihm aber auch die Vorteile für die Nutzer des Gebäudes: „Um den Kindern, Pädagogen und allen anderen Personen im Bildungszentrum ein gesundes Raumklima bieten zu können, wurde auf die konsequente Vermeidung von Schadstoffen in allen Bauteilen geachtet. Das Prüfergebnis bestätigt dem Bildungszentrum eine hervorragende Innenraumluftqualität“, betont Gohm. Davon können sich alle Interessierten bei einem Tag der offenen Tür am 26. Juni überzeugen.

Daten und Fakten

Neubau und Sanierung der Volksschule Hofen

Spatenstich 2. Mai 2019

fertigstellung 15. Februar 2021

Baukosten 16,5 Millionen Euro netto

Ökologische Highlights

Beheizung über das örtliche Biomasse-Fernwärmenetz

Photovoltaikanlage mit 80 kWp Leistung – entspricht dem Verbrauch von 20 Haushalten

Kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung