Pinguine auf Klimamission

Kampagne „Klima Verrückt Stadt“ macht Halt in Feldkirch.
Feldkirch Ungewöhnlicher tierischer Besuch hat sich in Feldkirch angekündigt. Ab morgen, Mittwoch, 19. Mai, werden sich Pinguine in der Innenstadt ansiedeln. Die bei uns eigentlich nicht heimischen Tiere haben dabei eine Botschaft im Gepäck, denn im Rahmen der Kampagne „Klima Verrückt Stadt“ wollen sie auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. An vier Themeninseln werden die Arktisbewohner bis 2. Juni zum Verweilen einladen, unbequeme Fragen stellen und zum Diskutieren und Handeln auffordern. Auf ihrem Besuch werden die Pinguine begleitet von einer Social-Media-Crew und einer Website, die Hintergrund-Informationen bietet.
Acht Städte, ein Anliegen
Das Klima ändert sich und die Folgen sind schon heute spürbar. Mehr Hitzetage und Hitzewellen, Tropennächte aber auch häufiger Starkregen sind nur einige der extremen Wetterphänomene, die in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Der Klimawandel macht auch Städte heißer. Im Extremfall kann das Thermometer in Feldkirch dadurch auch schon einmal einige Grad mehr anzeigen als in den umliegenden Gemeinden. Gerade Städte spielen daher in der Klimapolitik eine zentrale Rolle. Acht Städte rund um den Bodensee – St.Gallen, Winterthur, Bregenz, Konstanz, Lindau, Radolfzell, Singen und eben auch Feldkirch – haben sich nun erneut zusammengetan und die grenzübergreifende Kampagne „Klima Verrückt Stadt“ entwickelt. Denn „der Klimawandel macht nicht vor Grenzen halt“, wie Katrin Cometta, Stadträtin von Winterthur, betont. Das Ziel müsse daher, so die Verantwortlichen der beteiligten Städte unisono, die Klimaneutralität sein.
Karoline Schirmer, Leiterin Bereich Umwelt der Stadt Feldkirch, sieht das Erfolgsrezept in der engen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: „Seit gut zehn Jahren zeigen wir bereits: Gemeinsam geht mehr.“ So habe das Städtebündnis bereits aufmerksamkeitsstarke Aktionen – vom Puppentheater in rund 60 Kinderbetreuungseinrichtungen über klimafreundliche Menüs in Restaurants, Hochschulmensen und Betriebskantinen bis zu Fachsymposien – durchgeführt und so viele Menschen für einen energiesparenden und klimabewussten Lebensstil sensibilisiert. „Diese Bemühungen fruchten nur, wenn alle mit anpacken“, ist Bernd Häusler, Oberbürgermeister der Stadt Singen überzeugt. „Wir wollen dieses zentrale Zukunftsthema ansprechen, sympathisch und dennoch mit dem nötigen Nachdruck mitten in unsere Städte bringen“, so Häusler zum Hintergrund der Kampagne. Dem kann auch Schirmer nur zustimmen, denn auch sie ist sich sicher: „Es braucht jetzt eine große Mehrheit von Bürgern, um die Klimafolgen noch eindämmen zu können.“
Klimaanpassungsstrategie
Mit gezielten Maßnahmen und Aktionen versucht auch die Stadt Feldkirch dem Klimawandel entgegenzutreten. So wurde zu Beginn des Jahres der Ausbau des Nahwärmenetzes beschlossen. Bereits seit Herbst werden Dachbegrünungen, Naturgartenberatungen und Baumpflanzungen mit einem Kostenzuschuss unterstützt. Und im Rahmen des Feldkircher Umweltprogramms wird das ganze Jahr über zu Führungen, Workshops und Vorträgen geladen. Neben dem Klimaschutz ist auch die Anpassung an den Klimawandel ein zentraler Faktor. Dementsprechend arbeitet die Stadt Feldkirch aktuell an einer Anpassungsstrategie. Ein erster Workshop dazu mit Bürgermeister Wolfgang Matt, Vertretern von Feuerwehr, Polizei, Wasserverband, der Lawinen- und Wildbachverbauung, den Stadtwerken und den Abteilungen Tiefbau, Bauhof, Forst sowie Stadtplanung und Umwelt fand kürzlich statt. Ebenso wird sich die Stadt Feldkirch als Teil der Regio Vorderland-Feldkirch als Modellregion für das Klimawandelanpassungsprogramm „KLAR!“ bewerben. VN-WIM
Weitere Informationen zur Kampagne gibt es unter klimaverrueckt.org sowie auf Instagram unter @klimaverrueckt