Schlusspunkt in der James-Joyce-Passage

Autorin Sarah Rinder inszeniert Durchgang visuell und akustisch.
Feldkirch Nach Günter Vallaster und Christian Futscher macht sich ab Sonntag, 16. Mai, die junge Autorin Sarah Rinderer daran, die James-Joyce-Passage mit ihrem ganz persönlichen Blick auf Joyce zu bespielen. Sie setzt damit die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen literatur:vorarlberg und der Stadt Feldkirch fort.
Einen Moment innehalten
Unter dem Titel „Yes O do please stop“ beschäftigt sich Rinderer mit den Interpunktionszeichen, die zwar keinen eigenen Klang besitzen, die Musikalität eines Textes aber dennoch wesentlich beeinflussen, verzichtete Joyce doch im 18. und letzten Kapitel des „Ulysses“ 70 Seiten lang auf Interpunktionszeichen – bis auf den Schlusspunkt. Rinderers Intervention bringt diesen „Full Stop“ spielerisch in die Passage und lädt ein, für einen Moment innezuhalten. Neben dem titelgebenden Schriftzug an der Hausfassade beim Eingang Schlossergasse wir diesmal auch ein akustisches Mittel eine Rolle spielen, denn in der Soundinstallation wird der besagte Schlusspunkt durch Sängerin Christa Wallauch hörbar. So interpunktiert die Bespielung akustisch den Alltagsfluss der Passanten.
Zur Künstlerin
Sarah Rinderer, 1994 in Bregenz geboren und in Hard aufgewachsen, studierte Bildende Kunst – Experimentelle Gestaltung und Angewandte Kultur- und Kunstwissenschaften an der Kunstuniversität Linz. Ausgezeichnet wurde sie unter anderem mit dem Vorarlberger Literaturpreis 2017, dem Kunstförderstipendium für Literatur und Kulturpublizistik der Stadt Linz 2019 und dem Barcelona Stipendium des Landes Vorarlberg 2020.