Gemeinde schiebt Kiesabbau Riegel vor
Tonnage-Beschränkung soll Abbauprojekt ausbremsen. Aussetzung des Verfahrens wird bei der BH beantragt.
Bludesch In der jüngsten Sitzung der Bludescher Gemeindevertretung wurde noch einmal eifrig über die geplante Fortsetzung bzw. Erweiterung des laufenden Kiesabbauprojekts diskutiert. Wie berichtet wird bereits seit zwei Jahren von der Firma Kessler bewegt‘s ein Kiesabbauprojekt im Bereich Rasellis betrieben. In zwei Etappen wurde hier Kies aus dem Boden entnommen und an gleicher Stelle Aushubmaterial eingebracht. Nachdem die Arbeiten mit Ende des Jahres abgeschlossen sind, aktuell wird noch die letzte Schicht aufgebracht, plant das Nenzinger Unternehmen inzwischen an der Fortsetzung.
Die Eckdaten: Auf einer Fläche von 4,4 Hektar sollen in einem Zeitraum von fünf Jahren 108.000 Kubikmeter Kies abgebaut und im Gegenzug rund 140.000 Kubikmeter Bodenaushubmaterial verfüllt werden. Das Verkehrsaufkommen soll mit maximal 70 Lkw-Fahrten pro Tag gedeckelt werden. Das vorliegende Projekt wurde bereits bei der BH Bludenz zur Genehmigung eingereicht und befindet sich derzeit in der Vorprüfung.
Projekt nicht gewünscht
Seitens der Gemeinde wird das Projekt äußerst kritisch gesehen. „Der Kiesabbau in diesem Gebiet wird nicht gewünscht“, bringt Bürgermeister Martin Konzet, der sich aufgrund der Besitzverhältnisse in dieser Sache als befangen erklärt, die Stimmung im Ort auf den Punkt. Bereits im Vorfeld der ersten Etappe hatte sich die Gemeindevertretung mehrheitlich gegen ein Kiesabbau-Projekt im Ort ausgesprochen. Damals hatte die Gemeinde jedoch keine Parteistellung. Das hat sich inzwischen geändert. Im Zuge eines Umlaufbeschlusses gingen die bestehenden Weganlagen Anfang Februar ins Eigentum der Gemeinde über. Damit hat diese im vorliegenden Fall nun Einflussmöglichkeiten. „Ohne Zustimmung der Gemeinde als Eigentümerin angrenzenden Weganlage ist das vorliegende Kiesabbau-Projekt nicht bewilligungsfähig“, merkt Thomas Blank als Abteilungsvorstand der Wasserwirtschaft im Rahmen der Sitzung an. „Die Wasserwirtschaft wird im Verfahren öffentliche Interessen und die Beeinträchtigung von bestehenden Rechten betreffend den Gewässerschutz prüfen“, merkt Blank zudem an.
Neben der befürchteten Lärm- und Staubbelastung wird auch die Nähe zum Grundwasserpumpwerk in Gais von den Gemeindevertretern äußerst kritisch gesehen. Darüber hinaus stehe das Kiesabbau-Projektes im Widerspruch zum Hochwasserschutz für den in diesem Bereich in jüngster Vergangenheit viel Geld ausgegeben wurde, so die Argumente der Bludescher Ortsvertreter.
Massiver Widerstand
Da mit einer zeitnahen Anpassung der Grundwasserschongebiets-Verordnung zu rechnen ist, beschlossen die Gemeindemandatare einstimmig die Aussetzung des Verfahrens bei der Bezirksbehörde zu beantragen bis die Anpassung des Grundwasserschongebietes durch Verordnung des Landeshauptmannes erlassen wurde. „In diesem Fall wäre das Projekt ohnehin vom Tisch“, merkt Bürgermeister Konzet an. Zudem einigte man sich auf eine Tonnage-Beschränkung von 3,5 Tonnen auf dem hinteren Teilstück des Thomaswegs, womit das Kiesabbau bereits jetzt massiv ausgebremst wird und praktisch nicht mehr umsetzbar ist. VN-JS