Röthner Finanzen bieten Coronakrise die Stirn

Vorarlberg / 07.05.2021 • 17:03 Uhr
Die Gemeinde Röthis beendet das Finanzjahr 2020 mit einer Zuführung zur Haushaltsausgleichsrücklage.<span class="copyright">Mäser</span>
Die Gemeinde Röthis beendet das Finanzjahr 2020 mit einer Zuführung zur Haushaltsausgleichsrücklage.Mäser

Gemeinde schließt Rechnungsjahr mit respektablem Ergebnis ab. Fast eine halbe Million Euro geht in die Haushaltsausgleichsrücklage.

Röthis Trotz der Coronakrise konnte die Gemeinde Röthis das Jahr 2020 mit einem respektablen Ergebnis abschließen. Der Ergebnishaushalt weist Erträge von rund 5,39 Millionen Euro und Aufwendungen von ca. 4,93 Euro auf, womit sich auch eine Zuführung zur Haushaltsausgleichsrücklage von etwa 458.000 Euro ergibt. Ausschlaggebend für dieses positive Ergebnis ist auch, dass im vergangenen Jahr ein Darlehen von einer Million Euro aufgenommen wurde und ein Teil der Abrechnungen für Kanal- und Wasserleitungsprojekte erst 2021 erfolgt. „Trotz aller Umstände und auch in Anbetracht der negativen Auswirkungen der Coronakrise ist der Rechnungsabschluss 2020 immer noch ein respektables Ergebnis“, so Bürgermeister Roman Kopf in einer ersten Bilanz.

Hohe Investition in Infrastruktur

Wie schon die Jahre zuvor wurden in der Vorderlandgemeinde auch im Jahr 2020 hohe Summen in die Erneuerung und Sanierung der Infrastruktur im Bereich Kanal (191.679 Euro), Wasser (309.184 Euro) und Straßenbau (626.732 Euro) getätigt. Positiv wirkt sich auf den Rechnungsabschluss auch der Umstand aus, dass ein hoher Anteil der Kosten für die Erneuerung der Wasserleitungen und die Kanalsanierung erst in diesem Jahr abgerechnet wird.

Gekennzeichnet ist der Ergebnishaushalt der Gemeinde Röthis allerdings auch wieder von auffallend hohen Kosten durch fix vorgegebene Positionen im Bereich des Sozialfonds (622.729 Euro) und des Spitalfonds (445.660 Euro). Mit über 20 Prozent des Gesamtbudgets stellen gerade diese Ausgaben eine enorme finanzielle Belastung dar, zudem können diese Ausgaben nicht von der Gemeinde beeinflusst werden.

Einbruch bei den Ertragsanteilen

Auch wichtige Investitionen in den öffentlichen Verkehr und in die Kleinkindbetreuung sind im Rechnungsabschluss zu finden. So wurden für den Landbus Oberes Rheintal 136.513 Euro ausgegeben, die Kleinkindbetreuung wurde mit 122.397 Euro finanziert – das sind rund 11.500 Euro mehr als veranschlagt wurden – und für die Röthner Ortsfeuerwehr wurden neue Atemschutzgeräte und eine Wärmebildkamera angeschafft.

Im Gegenzug hat allerdings die Coronapandemie einen Einbruch bei den Ertragsanteilen von rund 200.000 Euro verursacht und der Schuldenstand hat sich durch die Neuaufnahme eines Darlehens von einer Million Euro auf rund 2,1 Millionen Euro erhöht.

Gemeindevermögen zugenommen

Das Vermögen der Gemeinde wurde erstmals nach den Kriterien der neuen VRV 2015 (Voranschlags- und Rechnungslegungsverordnung) bewertet. Diese Aufstellung gibt einen Aufschluss über Liegenschaften, Gebäude und Finanzvermögen, aber auch über nicht veräußerbare Vermögensanteile wie beispielsweise Straßen, Kanäle und Wasserleitungen.

Demzufolge wurde das Gesamtvermögen der Gemeinde zu Jahresbeginn 2020 mit etwa 31.500 Euro bewertet. „Der Rechnungsabschluss weist für das vergangene Jahr eine Zunahme des Vermögens um 1,7 Millionen Euro aus. Somit beträgt das Vermögen unserer Gemeinde zum 31. Dezember 2020 rund 33,3 Millionen Euro“, informiert Bürgermeister Kopf abschließend. MIMA