Tourismusinvestition: Den Blick nach vorne gerichtet

Mitten in der Pandemie: Das Berghaus Kanisfluh investiert in die Zukunft.
Schnepfau Der Blick auf die Bergwelt des Hinteren Bregenzerwaldes ist atemberaubend. Eine Erhebung sticht ins Auge: die Kanisfluh. Nach ihr ist auch der Berggasthof auf der Schnepfegg, der seit Mitte der 50er-Jahre bewirtschaftet wird, benannt. Vor knapp 20 Jahren hat mit den Geschwistern Karin Berchtold (39) und Josef Moosmann (44) die dritte Generation der Wirtefamilie die Geschicke des Hauses in die Hand genommen. Aus den Umsätzen habe man praktisch jedes Jahr in die Erneuerung investiert. „Wir wollten aber schon länger ein etwas größeres Vorhaben realisieren“, sagt Josef Moosmann vor der Baustelle auf der Anhöhe.

Seit Wochen wird intensiv am Ausbau des Berggasthofes gearbeitet. Die Terrasse, die bei Schönwetter an Wochenenden aus allen Nähten platzt, wird von 80 auf 110 Sitzplätze erweitert, Personalzimmer werden errichtet und ein „Mehrzweckstadl“ mit bewirtschaftetem Schopf gebaut.

Rund 1,1 Millionen Euro investieren die Tourismusunternehmer in das Bauprojekt. Die Coronapandemie hat ihnen dabei in die Hände gespielt. „Wir hatten einen guten Sommer mit vielen einheimischen Besuchern und einer guten Buchungslage der Gästebetten“, so Karin Berchtold. Die zweite Coronawelle stoppte den Betrieb im Herbst abrupt. Das Wintergeschäft fiel aus und die Perspektive für den Frühling, wieder aufsperren zu können, war ungewiss. Für Karin Berchtold und Josef Moosmann der ideale Zeitpunkt, das längst geplante Vorhaben umzusetzen, weil „jetzt eh kein Geschäft zu machen war“.

Investieren, wenn die Einnahmen ausbleiben: „Wir gehen das Ganze optimistisch an und sehen das als eine langfristige Investition“, ist der Blick der beiden in die Zukunft gerichtet. Die Normalität und mit ihr die Gäste werden zurückkehren, davon sind die Wirte überzeugt. „Wenn vielleicht heuer noch nicht im vollem Umfang, dann aber im nächsten Jahr“, hofft Moosmann.

Auf der Schnepfegg haben sie jedenfalls die Zeit, in der sie als Wirtshaus und Beherbergungsbetrieb mit 28 Betten zur Untätigkeit gezwungen waren, gut genutzt. Am 29. Mai sollen die Arbeiten so weit fortgeschritten sein, dass der Betrieb wieder geöffnet werden kann. Neben den heimischen Tagesgästen hoffen die Wirtsleute bald auch auf die Rückkehr der Urlaubsgäste. 4500 Nächtigungen sind es in einem guten Jahr. Ganz ohne die Nächtigungen lässt sich der Betrieb nicht wirtschaftlich führen.

Jetzt gehe es aber erst einmal um das Aufsperren, das sei auch wichtig fürs Personal, sagt Josef Moosmann. Bis zu sieben Mitarbeiter werden in der Hauptsaison beschäftigt. Auch ihnen soll mit der Investition eine Perspektive geboten werden.



