VN-Wanderserie: Das Gipfelkreuz für sich allein haben

Einsame Gipfeltour, solange die Kristbergbahn nicht fährt: Mit Schneeschuhen zum Muttjöchle und retour.
Silbertal Nach einer frühlingshaften Tour nach Dünserberg letzte Woche tauchen wir diese Woche wieder ins Winterwunderland ein. Da die Kristbergbahn momentan aufgrund wichtiger Revisionsarbeiten und der Installation zweier Photovoltaikanlagen außer Betrieb ist, nutzen wir die Gelegenheit für eine einsame Gipfeltour aufs Muttjöchle im Silbertal. Natürlich eignet sich die Tour zum Muttjöchle auch wenn die Seilbahn ab dem 13. Mai wieder täglich fährt. Dann hat man sich nämlich einen Großteil des Aufstiegs gespart.

Wir aber starten vom Parkplatz der Talstation, gehen hinterm Spar die Teerstraße hoch und halten uns links. Nach kurzer Zeit hat man bereits einen Ausblick aufs Dorf. Zwischen zwei Brücken biegt der Weg dann rechts ab. Auf dem Wegweiser wird bereits darauf hingewiesen, dass diese Variante des Aufstiegs sehr steil ist – und er behält recht. Auf einem schmalen, weiß-rot-weiß markierten Pfad und im Zickzack geht es über Fula steil den Berg hinauf. Wald und Wiesenflächen mit kleinen Kapellen wechseln sich ab. So schlängelt sich der Pfad immer weiter hinauf, teilweise entlang eines Bergbaches. Nachdem man eine Holzbrücke überquert hat, geht es weiter geradeaus an einer kleinen Kapelle vorbei wieder in den Wald. Wenig später sieht man das Zwischenziel dieser Tour: den Panoramagasthof Kristberg.


Ab hier empfiehlt es sich, Schneeschuhe oder Tourenskier anzuziehen. Zwischen der Knappenkirche St. Agatha und dem Panoramagasthof geht es also mit Schneeschuhen weiter die Skipiste hoch bis zum Kristbergsattel. Hier kann man sich auf der Liege sonnen und den Ausblick aufs gegenüberliegende Hochjoch genießen. Für Familien ist der Silberpfad interessant. Auf diesem 2,7 Kilometer langen Forschungslehrpfad erfahren große und kleine Geschichtsinteressierte an zwölf teils interaktiven Stationen Wissenswertes über die Geschichte des Bergbaus. Denn das Montafon, vor allem Silbertal und Bartholomäberg, sind eng mit dem mittelalterlichen Bergbau verbunden.


Auf dem Kristbergsattel halten wir uns rechts und laufen auf der leeren Skipiste weiter nach oben. Wegweiser, die zum Muttjöchle hinweisen, gibt es keine, weshalb es ratsam ist für die, die sich in der Gegend nicht so gut auskennen, mit einer Wanderapp (bspw. Alpenvereinaktiv) und eingeschaltetem GPS zu laufen. Hinter der Skipiste geht der Weg für die Skitouren- und Schneeschuhgeher weiter durch den Bergwald. Hier folgt man einfach den schon vorhandenen Spuren im Schnee. Nachdem sich der Wald gelichtet hat, bekommt man zum ersten Mal eine freie Sicht auf die umliegenden Berge. Vorbei am Scheidboden eröffnet sich auf dem Hochplateau eine atemberaubende Schneelandschaft, ringsherum eingerahmt von schneebedeckten Zweitausendern. Das Gipfelkreuz in Sichtweite, geht es nun nochmal etwas steiler bergauf. Oben am Gipfelkreuz angelangt, genießen wir das Bergpanorama in völliger Stille und Einsamkeit, denn an diesem Samstag im April haben wir den Berg für uns allein. Als kleine Erinnerung an das Gipfelglück kann man sich noch einen Stempel vom Muttjöchle abholen. Zurück geht es auf dem gleichen Weg wie hin oder man nimmt alternativ den leichteren Weg über die Straße.
Nächsten Samstag in den VN: Leichte Frühlingstour auf die Hohe Kugel.