Freie Fahrt trotz Ausreisekontrollen im Bregenzerwald

Vorarlberg / 21.04.2021 • 09:00 Uhr
Freie Fahrt trotz Ausreisekontrollen im Bregenzerwald
Am Mittwoch begannen die Kontrollen rund um den Bregenzerwald. VN/PAULITSCH

Am Mittwoch begannen die Kontrollen entlang der Grenze des Bregenzerwaldes. Das Verkehrschaos blieb vorerst aus.

Achrain “Ich find es unnötig”, erklärt noch David Reich, dann ist er schon wieder auf dem Weg in den Achraintunnel. In zwei Reihen warten hier die Beamten der Bezirkshauptmannschaft, Polizei und Bundesheer auf den Berufsverkehr. Die Ausreisebeschränkungen sind zu diesem Zeitpunkt bereits über sieben Stunden alt. Aus den Erfahrungen im Leiblachtal hat man gelernt: Dort gab es zu diesem Zeitpunkt am ersten Tag bereits stundenlanger Stau. Hier, auf der wichtigsten Route aufs Land hinaus, kommen selten so viele Fahrzeuge gleichzeitig, dass jemand auf seine Kontrolle warten muss. Wenige Minuten, und die Pendler sind wieder unterwegs.

Selten sind mehr als fünf Fahrzeuge gleichzeitig am Kontrollpunkt vor dem Achraintunnel, die Wartezeit lag meist faktisch bei 0 Minuten. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Selten sind mehr als fünf Fahrzeuge gleichzeitig am Kontrollpunkt vor dem Achraintunnel, die Wartezeit lag meist faktisch bei 0 Minuten. VN/Paulitsch
Anton Mohr und Bernd Fetz von der Tischlerei Mohr in der Kontrolle. "Es ist halt notwendig", ist Mohr pragmatisch.
Anton Mohr und Bernd Fetz von der Tischlerei Mohr in der Kontrolle. "Es ist halt notwendig", ist Mohr pragmatisch.

“Bis jetzt läuft es gut”, bestätigt Polizeisprecher Wolfgang Dür. “Die Leute sind gut vorbereitet, viele haben den Bescheid mit den QR-Code ausgedruckt dabei.” Insgesamt 30 Polizisten stehen an den vier Kontrollpunkten rund um den Bregenzerwald. Bei Langen und Alberschwende sind es Beamte aus dem Bezirk Bregenz, am Bödele aus Dornbirn und am Faschinajoch vom Bezirk Bludenz. Hinzu kommen 14 Soldaten der Militärmusik und je ein Vertreter der Bezirkshauptmannschaften. “Die Soldaten der Militärmusik waren bereits im Leiblachtal im Einsatz und bringen somit Erfahrung mit”, erklärt Bundesheersprecher Michael Kerschat.

Auch am Bödele war der Andrang überschaubar. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Auch am Bödele war der Andrang überschaubar. VN/Steurer

Währenddessen blicken die Beamten auf die leere Straße nach Alberschwende, in der kalten Luft kristallisiert ihr Atem. Inzwischen ist es halb acht Uhr, von Stoßverkehr keine Spur. “Man erkennt, die Bregenzerwälder reagieren flexibel, viele sind auch früher losgefahren als üblich”, vermutet Dür. Rainer Honsig-Erlenburg von der Bezirkshauptmannschaft Bregenz stößt ins selbe Horn. “Nicht nur wir haben aus den Erfahrungen gelernt”, verweist er auf die schnelle Lernkurve vom Leiblachtal. Währenddessen kommt der nächste Schwall. Per Leuchtkeule werden die Fahrzeuge auf die beiden Kontrollspuren aufgeteilt. Darunter auch zwei Radfahrer, die ihren Test aus der Tasche ziehen. Zwei Minuten später ist die Straße wieder leer und alle auf dem Weg ins Tal.

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Ähnlich ist die Situation an den Kontrollstellen am Bödele und bei Langen. Von Wartezeiten ist trotz Berufsverkehr wenig zu spüren. Das es auch anders sein könnte, zeigt sich kurz vor acht am Achraintunnel: Eine Dame hat das Ergebnis nicht griffbereit. Sie wird zur Seite gewunken, es braucht zehn Minuten und die Unterstützung des Kontrolleurs, das Ergebnis abzurufen. Erst dann geht es für sie weiter.

Im Wirtatobel bei Langen steht nur eine Kontrollspur zur Verfügung. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Im Wirtatobel bei Langen steht nur eine Kontrollspur zur Verfügung. VN/Hartinger
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Für das Bundesheer ist dieser Assistenzeinsatz im Bregenzerwald längst nicht die einzige Lage im Land. 25 Soldaten unterstützen weiterhin das Contact Tracing, weitere 35 betreuen sechs Teststationen von Bregenz bis Frastanz. Hinzu kommt noch wie im Rest der Republik der Transport, Lagerung und Zustellung der Testkits. Diese Aufgaben sind derzeit mit dem Berufspersonal zu stemmen, die Wehrpflichtigen im Land haben im März abgerüstet.

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