Aus dem Takt geraten

Vorarlberg / 21.04.2021 • 16:56 Uhr
So gestaltete sich in der Musikschule Rankweil-Vorderland der Unterricht vor Corona. Die Rückkehr zu dieser Normalität lässt noch auf sich warten.<span class="copyright">Musikschule</span>
So gestaltete sich in der Musikschule Rankweil-Vorderland der Unterricht vor Corona. Die Rückkehr zu dieser Normalität lässt noch auf sich warten.Musikschule

Pandemie hat auch Auswirkungen auf Betrieb der Musikschule Rankweil-Vorderland.

Rankweil „Wir haben leider durch die Pandemie schon junge Musiker verloren, die Zahl der Aktiven hat sich ein wenig reduziert. Vor allem in Ensembles und Chören sind die Zahlen der Jugendlichen gesunken. Es kann sogar sein, dass ein Neuaufbau unumgänglich ist. Auch die Jugendkapellen stehen vor großen Schwierigkeiten. In den letzten Jahren haben wir aber einen großen Beitrag auf der gesellschaftspolitischen Ebene geleistet“, so Ingold Breuss, Leiter der Musikschule Rankweil-Vorderland.

„Es kann sogar sein, dass ein Neuaufbau unumgänglich ist.“

Ingold Breuss
Direktor Musikschule Rankweil-Vorderland

Persönlicher Kontakt fehlt

Monatelang mussten Lehrende und ihre Schüler per Fernunterricht kommunizieren – nicht nur das Fehlen des persönlichen Kontakts ist hier ein Problem, auch die Planungen gestalten sich sehr schwierig. Seit Dezember des Vorjahres ist der Einzelunterricht wieder erlaubt, außerdem können maximal zehn Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren in Gruppen von Chören und Ensembles den Unterricht abhalten. Doch jegliche Konzerte – selbst kleinere – sind seit längerer Zeit nicht möglich. Auch die Erwachsenen dürfen noch nicht gemeinsam musizieren.

Trotz allem erhalten im laufenden Schuljahr über 1200 Schüler Unterricht in Gesang, auf 30 verschiedenen Instrumenten und im Ensemble sowie Chorgesang. Davon sind über 800 Kinder und Jugendliche, die ein Instrument lernen. „Wir empfehlen, dass die Kids die ganze Palette nützen, dabei soll vor allem das gemeinsame Singen und Musizieren die Richtung vorgeben. Die Renner sind aber Gitarre, Schlagzeug und Klavier“, so Breuss. 37 bestens ausgebildete Lehrende garantieren eine qualifizierte Ausbildung – zwölf von ihnen stehen in einer Vollbeschäftigung. Die große Stärke und der Pluspunkt der MS Rankweil-Vorderland ist es, dass ein Drittel aller Lehrenden nur an dieser Musikschule Unterricht gibt. Attraktive Zusatzangebote für die Schüler stehen zur Verfügung. Mit den Volksschulen im Raum Vorderland gibt es eine sehr gute Kooperation, um die Kids so früh wie möglich für Musik zu begeistern.

In räumlicher Hinsicht platzt die Musikschule aus allen Nähten. Aufgrund fehlender Räumlichkeiten sind 50 Unterrichtsräume auf die zehn Vorderlandgemeinden aufgeteilt. Das Budget wird zu je einem Drittel von den Beiträgen der Eltern, dem Land Vorarlberg, der Marktgemeinde Rankweil und den schulerhaltenden Gemeinden im Vorderland finanziert.

Hobby zum Beruf gemacht

Seit Jahrzehnten ist die Musikschule Rankweil-Vorderland auf Landesebene Spitzenreiterin bei großen Erfolgen. Tonangebend ist die Schule vor allem im Wettbewerb Prima la Musica, wo jährlich Siege und Podestplätze verbucht werden. „Es braucht Spitzenleistungen als Vorbilder, aber auch die Breite plus die Persönlichkeitsbildung wird bei uns großgeschrieben. Die Erfolge sind vielseitig wie unser umfangreiches Angebot“, weiß Breuss.

Schnupperstunden

Einige ehemalige Schüler der Musikschule Rankweil-Vorderland, wie etwa Lukas Breuss, Hanna Bachmann aus Röthis, Martin Summer aus Zwischenwasser und Lisa Maria Sonderegger, haben das Hobby sogar zum Beruf gemacht. Nach seiner Ausbildung unterrichtet Lukas Breuss nun sogar selbst Geige an der Musikschule.

Da der traditionelle Tag der offenen Tür aufgrund der Pandemie nun schon zum zweiten Mal abgesagt werden musste, werden interessierten Kindern und Jugendlichen kostenlose Schnupperstunden angeboten. Weitere Informationen sowie eine Anmeldung sind im Sekretariat der Musikschule Rankweil-Vorderland unter der Telefonnummer 05522/405-3111 oder unter www.rankweil.at/musikschule möglich. VN-TK