Sie stoppte krumme Tour im Bus der Linie 50

Wie KSÖ-Sicherheitspreisträgerin Kristina Stefanovic (16) die Ausbeutung eines Mannes mit Down Syndrom beendete.
Lustenau September 2020, im Bus der ÖBB-Linie 50 von Lustenau nach Dornbirn: Ihre wachsamen Augen täuschten die Lustenauer Schülerin Kristina Stefanovic nicht, als sie fast täglich zur Schule fuhr und dabei eine merkwürdige Beobachtung machte. Hier lief doch etwas faul.
„Seit mehreren Tagen beobachtete ich mit zwei Klassenkameradinnen, dass zwei Männer und eine Frau aus Rumänien einen jungen Mann mit Down Syndrom im Bus umringten und auf eine aufdringliche, ja einschüchternde Weise auf ihn einredeten. Und zwar so lange, bis ihnen der Betroffene Geld aushändigte. Einmal zehn Euro, ein anderes Mal zwanzig“, schilderte die 16-Jährige den VN. Kristina war klar: Hier war die Ausbeutung eines hilflosen Opfers im Gange.
Mutter und Polizei informiert
Die Jugendliche informierte ihre Mutter Gordana über diese Beobachtungen, die wiederum die Polizei davon in Kenntnis setzte. Eine Videosichtung der Buslinie wurde durchgeführt. Die Aufnahmen bestätigten die Beobachtungen der Lustenauer Schülerin. Es konnte erhoben werden, dass es sich bei dem Mann mit Down Syndrom um einen in Gaißau wohnhaften jungen Mann handelt, der täglich mit dem Bus zur Lebenshilfe-Werkstätte in Lauterach hin und retour fährt. Der Leiter der Werkstätte gab an, dass der junge Mann das von der Werkstatt zur Verfügung gestellte Geld nicht mehr ausgab und er angegeben habe, dass er sparen wolle. Stattdessen landete das Geld in den Händen einer amtsbekannten Roma-Gruppe.
Zivilpolizisten im Einsatz
Kristina erzählt, was dann geschah: „Zwei Polizisten in Zivil begleiteten uns bei der Busfahrt. Auch sie beobachteten, wie die Rumänen von dem Behinderten Geld forderten und stellten sie schließlich.“ Die Rumänen wurden wegen aggressiven Bettelns bei der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn angezeigt. „Lediglich der Aufmerksamkeit und der Zivilcourage von Kristina Stefanovic ist es zu verdanken, dass dem moralisch höchst verwerflichen Treiben der drei dem Bettlermilieu zugehörigen Personen ein Ende gesetzt und der junge Mann mit besonderen Bedürfnissen aus einer für ihn äußerst misslichen Lage befreit werden konnte“, bedankten sich das Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) und die Polizei.