VN-Gartenserie: Nützlinge mögen es im Garten unordentlich

Vorarlberg / 11.04.2021 • 09:00 Uhr
VN-Gartenserie: Nützlinge mögen es im Garten unordentlich
Ein simpler Steinhaufen ist ein idealer Rückzugsort für Nützlinge und soll in keinem Garten fehlen. FOTOS: VN/PAULITSCH

Wie man den Garten ohne Chemie vor Schädlingen schützt.

Feldkirch Ein Garten darf ruhig ein bisschen unordentlich und nicht so sauber aufgeräumt sein. Warum das für den Kreislauf der Natur sogar wichtig ist, weiß Anja Burtscher-Marte: „So kann man Nützlinge wie Wildbienen, Vögel und Florfliegen anlocken, die Schädlinge von Nutz- und Zierpflanzen in Schach halten“ Die 39-Jährige, die beim Verband für Obst- und Gartenkultur Vorarlberg (OGV) aktiv ist, betreibt in Feldkirch-Tosters einen Naturgarten. Fehlen Nützlinge, vermehren sich Schädlinge. Fehlen jedoch auch Schädlinge, wandern auch die Nützlinge mangels Nahrung ab. So braucht es in naturnahen Gärten beides, erklärt Burtscher-Marte.

Anja Burtscher-Marte in ihrem kleinen Gartenparadies. Der beste Magnet für Nützlinge ist ein Garten, in dem auf den Einsatz von Gift verzichtet wird und viele verschiedene heimische Pflanzen stehen. Auch Tonröhren, gefülllt mit Heu, sind ein Rückzugsort für nützliche Insekten.
Anja Burtscher-Marte in ihrem kleinen Gartenparadies. Der beste Magnet für Nützlinge ist ein Garten, in dem auf den Einsatz von Gift verzichtet wird und viele verschiedene heimische Pflanzen stehen. Auch Tonröhren, gefülllt mit Heu, sind ein Rückzugsort für nützliche Insekten.
Heimische Pflanzen wie Beinwell eignen sich hervorragend für Übergänge.
Heimische Pflanzen wie Beinwell eignen sich hervorragend für Übergänge.
Einer der schnellsten und einfachsten Wege, einen wundervollen Lebensraum im Garten zu schaffen, ist die Errichtung eines Totholz-Haufens.
Einer der schnellsten und einfachsten Wege, einen wundervollen Lebensraum im Garten zu schaffen, ist die Errichtung eines Totholz-Haufens.

Heimische Pflanzen

„Wichtig dabei ist, dass man einen strukturierten Garten mit einem vielseitigen Nahrungsangebot gestaltet, damit jeder Nützling einen Lebensraum findet“, erklärt Burtscher-Marte, die für den OGV als Natur-Beraterin tätig ist. Ein buntes Blütenangebot, etwa durch heimische Pflanzen wie Storchenschnabel, Johanniskraut oder Frauenmantel, locken Schwebfliegen und Bienen an. Heimische Obstbäume wie Apfelbäume oder Wildsträucher wie Holunder, Hasel oder Sanddorn können ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten. Auch Gehölze dienen Insekten und Vögel als Wohnraum und Futterquelle, Todholzhaufen und Laub bieten wertvollen Unterschlupf für Laufkäfer und Igel. Auch ein simpler Steinhaufen kann als Nützlingsunterkunft dienen, in dem sich Zauneidechsen, Molche und Spinnen wohl fühlen.

Der Garten vn Anja Burtscher-Marte ist "Natur-im-Garten" zertifziert.
Der Garten vn Anja Burtscher-Marte ist "Natur-im-Garten" zertifziert.

Damit sich ein natürliches Gleichgewicht einstellt, ist etwas Geduld gefragt. Es sollte nicht zu sehr in den Kreislauf der Natur eingegriffen werden. Nur wenn eine Population überhandnimmt, sind nützlingsschonende Maßnahmen geboten, bei denen auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet werden sollte. Mit Brennnessel- und Knoblauchjauche lassen sich etwa Blattläuse dezimieren.

Weitere Informationen auf der Website des Verbands für Obst- und Gartenkultur Vorarlberg unter www.ogv.at