VN-Gartenserie: Nützlinge mögen es im Garten unordentlich

Wie man den Garten ohne Chemie vor Schädlingen schützt.
Feldkirch Ein Garten darf ruhig ein bisschen unordentlich und nicht so sauber aufgeräumt sein. Warum das für den Kreislauf der Natur sogar wichtig ist, weiß Anja Burtscher-Marte: „So kann man Nützlinge wie Wildbienen, Vögel und Florfliegen anlocken, die Schädlinge von Nutz- und Zierpflanzen in Schach halten“ Die 39-Jährige, die beim Verband für Obst- und Gartenkultur Vorarlberg (OGV) aktiv ist, betreibt in Feldkirch-Tosters einen Naturgarten. Fehlen Nützlinge, vermehren sich Schädlinge. Fehlen jedoch auch Schädlinge, wandern auch die Nützlinge mangels Nahrung ab. So braucht es in naturnahen Gärten beides, erklärt Burtscher-Marte.



Heimische Pflanzen
„Wichtig dabei ist, dass man einen strukturierten Garten mit einem vielseitigen Nahrungsangebot gestaltet, damit jeder Nützling einen Lebensraum findet“, erklärt Burtscher-Marte, die für den OGV als Natur-Beraterin tätig ist. Ein buntes Blütenangebot, etwa durch heimische Pflanzen wie Storchenschnabel, Johanniskraut oder Frauenmantel, locken Schwebfliegen und Bienen an. Heimische Obstbäume wie Apfelbäume oder Wildsträucher wie Holunder, Hasel oder Sanddorn können ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten. Auch Gehölze dienen Insekten und Vögel als Wohnraum und Futterquelle, Todholzhaufen und Laub bieten wertvollen Unterschlupf für Laufkäfer und Igel. Auch ein simpler Steinhaufen kann als Nützlingsunterkunft dienen, in dem sich Zauneidechsen, Molche und Spinnen wohl fühlen.

Damit sich ein natürliches Gleichgewicht einstellt, ist etwas Geduld gefragt. Es sollte nicht zu sehr in den Kreislauf der Natur eingegriffen werden. Nur wenn eine Population überhandnimmt, sind nützlingsschonende Maßnahmen geboten, bei denen auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet werden sollte. Mit Brennnessel- und Knoblauchjauche lassen sich etwa Blattläuse dezimieren.
Weitere Informationen auf der Website des Verbands für Obst- und Gartenkultur Vorarlberg unter www.ogv.at