Paketboten packen aus

Café Fuerte führt ein Theaterstück beim Tschaggunser Bahnhof auf.
Tschagguns Die Montafoner Museen schließen zwar vorübergehend bis Mai, aber „wir freuen uns umso mehr auf die ersten Veranstaltungen, die wir in Kooperation mit dem Café Fuerte diese Woche beim Bahnhof Tschagguns durchführen können. Es handelt sich um ein brandaktuelles Stück, das man sich nicht entgehen lassen sollte“, heißt es vom Team der Montafoner Museen.
Alles muss schneller gehen
Am Mittwoch und Donnerstag, 7. und 8. April, findet jeweils um 18 Uhr das Theaterstück „Pakete, Pakete“ von Tobias Fend am Bahnhof in Tschagguns (Caritas Haus, illwerke vkw Areal, Batloggstraße 36) statt. Gespielt wird das schnelle Stück, dessen Kulisse ein geparkter Lieferwagen ist, von Café Fuerte. Dabei ist der Lieferwagen nur ganz kurz eine realistische Kulisse, denn er wird bald umgedeutet und in jeder anderen Form bespielt.
Café Fuerte greift einen Missstand auf, der sich durch die Coronapandemie noch verschlimmert hat: „2020 wurden in Österreich 268 Millionen Pakete zugestellt. In der Pandemie hat der Versandhandel noch deutlich zugelegt und 2021 werden es 287 Millionen Pakete sein, die in österreichische Haushalte getragen werden“, beschreibt Café Fuerte das brisante Thema. Obwohl der Einkauf im Internet vollautomatisiert abläuft, bleibe die Paketauslieferung ein Knochenjob. „Alles muss effizienter, schneller und mehr werden, sonst gibt es kein Wirtschaftswachstum. 14-Stunden-Tage sind in der Branche daher normal.“ Feierabend sei erst, wenn alle Pakete beim Kunden sind. „Paketboten sind die Beine des Kapitalismus“, so die Schauspieler weiter. 200.000 Pakete werden täglich im Land ausgeliefert. 70 Prozent der Kleidung werde dabei wieder zurückgeschickt. „Damit sich das ausgeht, dürfen die Paketboten immer weniger kosten. Sie müssen immer schneller laufen, damit mehr Waren zum Kunden kommen. Und was übrig bleibt, sind gehetzte Menschen und wahnsinnig viel Abfall“, heißt es von Café Fuerte weiter.
Paketboten im Stress
Im Theaterstück erzählen vier Paketboten, Harry, Matteo, Silvia und Bob, von schwierigen Kunden, von ihrem Hass auf Radarboxen, Schnee und Weihnachten und von bleischweren Paketen. Matteo fährt eine kleine Katze an und versucht, sie zwischen seinen Expresslieferungen zum Tierarzt zu bringen. Währenddessen kämpft Silvia um ihren Job, weil sie aus einem offenen Paket einen Lippenstift geklaut hat. Und alle zusammen landen im Schuppen von Harrys Eltern, der bis obenhin voll ist mit ungeöffneten Paketen.
Neben dem Café-Fuerte-Team werden dieses Mal der britische Tänzer John Kendall („Das letzte Haus“) und der in Köln lebende Schauspieler Gregor Weisgerber („Alarmtauchen“) zu sehen sein. Ganz neu dabei ist die Appenzeller Schauspielerin Jeanne Devos. Regie führt Danielle Fend-Strahm, die musikalische Leitung übernimmt Florian Wagner und Matthias Strahm ist für das Bühnenbild verantwortlich.
Warme Kleidung erforderlich
Die Veranstaltung findet draußen statt, weshalb warme Kleidung erforderlich ist. Zugewiesene Sitzplätze und Decken sind vorhanden. Das Tragen einer FFP2-Maske und ein Nachweis über einen negativen Coronatest (Antigen-Test nicht älter als 48 Stunden, PCR-Test nicht älter als 72 Stunden) sind beim Theaterstück Pflicht. Selbsttests, die in Apotheken erhältlich sind und online registriert werden können, gelten ebenfalls. Karten kann man online bestellen unter www.cafefuerte.ch/karten, telefonisch unter 0681 20849385 oder per E-Mail an karten@cafefuerte.at.