„Lässigkeit hat eine neue Bedeutung bekommen“

Bequem, aber stilvoll. Corona hat auch Auswirkungen auf die Modetrends.
Hohenems, Dornbirn Jogginghose statt Anzug, Sneakers statt High Heels, die Maske als neues Modeaccessoire. Die Corona-Krise hat nicht nur Auswirkungen auf unseren Alltag, sondern auch auf die Art, wie wir uns kleiden. Internationale Designer haben längst auf die Krise reagiert und ihre Kollektionen den aktuellen Gegebenheiten angepasst. In Zeiten von Homeoffice und Videokonferenzen muss Mode vor allem bequem und funktional sein. „Da die Anlässe für festliche Kleidung fehlen, ist die Mode viel legerer geworden. Sie muss heute vor allem alltagstauglich sein“, weiß Stefanie Walser (39) vom Modehaus Walser in Hohenems.

Gefragt sind in erster Linie bequeme Looks, die sowohl im Homeoffice als auch bei Kundenterminen oder am regulären Arbeitsplatz etwas hermachen. „Das Outfit wird heute gerne auf beide Gelegenheiten abgestimmt, so muss man sich nicht mehrere Male am Tag umziehen. Das heißt aber keinesfalls, dass man sich gehen lässt. Eine Frau möchte es sich trotz Krise nicht nehmen lassen, sich toll anzuziehen“, betont die Modeexpertin.

Dass legere Kleidung bequem, aber trotzdem vorzeigbar ist, zeigt der Modetrend des Jahres: Die ehemals als Modesünde verschriene Jogginghose erlebt in Krisenzeiten ein modisches Comeback und zeigt sich stylischer denn je. Im Trend liegen nämlich nicht etwa die schlabbrigen Jogginghosen für den Feierabend, sondern die neu interpretierten Joggpants, die mit feinen Stoffen, lässigen Mustern und bunten Farben perfekt in den Alltag integriert werden können. Auch bequeme Kleider im Oversize-Look, Wide-Leg-Hosen, Sneakers und Sandalen sind modische Must-haves in der Krise. „Die Bequemlichkeit wird uns in der Modewelt erhalten bleiben. Genauso werden parallel dazu wieder neue Trends entstehen, sobald wieder die entsprechenden Anlässe erlaubt sind“, ist sich Stefanie Walser sicher.

Die Auswirkungen der Krise auf die aktuellen Trends spürt auch Sabrina Miessgang (48), Geschäftsführerin der Façona Fashion GmbH. „Der Anspruch auf coole Kleidung mit einem gewissen Tragekomfort war schon vor Corona ein großes Thema. Durch die Pandemie wurde dieser Trend von den Designern nun weiter ausgebaut.“ Zu den Verkaufsschlagern zählen neben Joggpants und Leggins auch Hemdjacken, Westen sowie Sweat- und Jersey-Looks. In der warmen Jahreszeit rücken Shorts, Kleider und Crop-Tops in den Fokus. „Die Lässigkeit hat eine neue Bedeutung bekommen. Man will es im Homeoffice bequem haben, aber trotzdem gut aussehen.“ Für Miessgang muss Mode in Krisenzeiten vor allem eines: gute Laune verbreiten. „Die Welt ist schon ernst genug, daher suchen Kunden nun verstärkt nach Mode, die Spaß macht.“ Knallige Farben, farbenfrohe Blumenmuster, leichte Stoffe sowie Rüschendetails bescheren uns an tristen Corona-Tagen garantiert ein Stimmungshoch.
