Nägel mit Köpfen für betreutes Wohnen

Vorarlberg / 25.03.2021 • 19:20 Uhr
Das Paulihaus im Zentrum wird in Kürze komplett abgetragen – das bedeutet aber nicht sein Aus. Nach Ende der Arbeiten wird es detailgetreu rekonstruiert.<span class="copyright">Mäser</span>
Das Paulihaus im Zentrum wird in Kürze komplett abgetragen – das bedeutet aber nicht sein Aus. Nach Ende der Arbeiten wird es detailgetreu rekonstruiert.Mäser

Noch im Frühjahr soll Baueingabe für Projekt beim Paulihaus in Altach erfolgen.

Altach Rund um das Paulihaus im Zentrum von Altach wird in den kommenden Monaten das betreute Wohnen entstehen. Bei einem Kostenrahmen von rund 5,1 Millionen Euro sollen in diesem Jahr die Bauarbeiten starten – der Beschluss dafür wurde von der Gemeindevertretung bereits vor rund eineinhalb Jahren gefasst.

Die Verbauung des knapp 1200 Quadratmeter großen Areals um das altehrwürdige Paulihaus soll im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes erfolgen. Neben einem privaten Wohnprojekt mit sechs Wohnungen wird auch das Projekt „Betreutes Wohnen“ („Wohnen im Alter Altach“) umgesetzt. „Der Gebäudekomplex besteht aus drei Objekten, welche über einen gemeinsamen Erschließungstrakt miteinander verbunden sind. In den drei Stockwerken dieses Verbindungstraktes sind Allgemeinflächen wie Minicafeteria, Aufenthaltszone mit Essbereich und Wohnzimmer untergebracht“, erklärt Bürgermeister Markus Giesinger. Es werden 21 Wohnungen in der Größe zwischen 33 und 44 Quadratmetern entstehen, wobei Wohn- und Schlafbereich jeweils separat ausgeführt sind und mit einer Nasszelle ergänzt werden.

Paulihaus muss abgetragen werden

Schon bei den ersten Planungen war der Erhalt des über 100 Jahre alten Paulihauses eine wichtige Vorgabe. Allerdings muss dieses aufgrund der anstehenden Tiefbauarbeiten und der Erstellung der Tiefgarage komplett abgetragen werden. Im Anschluss an die Baumaßnahmen wird dieses historische und für das Ortsbild so wichtige Bauwerk detailgetreu rekonstruiert und in seinem ursprünglichen Zustand wieder aufgebaut. Dazu wurden in den letzten Monaten verschiedene Optimierungen für das betreute Wohnen durchgeführt; so wird beispielsweise das Untergeschoß kleiner gebaut, um den alten Lindenbaum zu erhalten.

Großer Wert auf Allgemeinzonen

Neben den Zimmern für das betreute Wohnen wird auch großer Wert auf Begegnungszonen gelegt. So entstehen im Erdgeschoß ein Bereich mit Selbstbedienungsautomaten, ein Ausgang zum Garten sowie ein Mehrzweckraum, der als kombinierter Schulungs- und Behandlungsraum für den Krankenpflegeverein vorgesehen ist. Ebenfalls Platz wird eine neue Arztpraxis finden, wobei die Ausführung der Räumlichkeiten mit Anmeldetresen, zwei Ordinationsräumen und einem Laborraum mit dem künftigen Arzt abgestimmt wurde.

Fertigstellung im Herbst 2023

Mit dem betreuten Wohnen wird ein zukunftsorientiertes Gebäude, auch hinsichtlich Klimaschutz, errichtet. Der Bürgermeister betont, dass das Projekt im Passivhausstandard ausgeführt wird und eine Photovoltaikanlage sowie ein Gründach eingeplant sind. Beheizt wird das Gebäude über eine Erdsondenanlage, die eine minimale Kühlung im Sommer ermöglicht – im Hinblick darauf sind die Nischen und Loggien in Naturholz ausgeführt.

Der Baubeginn ist für Herbst/Winter 2021 bei niedrigem Grundwasser vorgesehen. Die Bauphase beträgt rund 18 Monate – mit einer Fertigstellung wird also im Herbst 2023 gerechnet. MIMA