„Es ist kein Rucksack, sondern eine große Ehre“

Vorarlberg / 17.03.2021 • 16:09 Uhr
Neo-Präsident Peter Ritter will mit Special Olympics Österreich stärker aus der Krise herauskommen als erwartet.<span class="copyright">SOÖ</span>
Neo-Präsident Peter Ritter will mit Special Olympics Österreich stärker aus der Krise herauskommen als erwartet.SOÖ

Peter Ritter ist neuer Präsident von Special Olympics Österreich.

Bludenz Vor Kurzem wurde der Bludenzer Peter Ritter zum neuen Präsidenten von Special Olympics Österreich gewäht und tritt damit die Nachfolge von Jürgen Winter an. Die VN trafen Ritter zum Interview.

Was war die Motivation, das Amt des Präsidenten von Special Olympics Österreich anzunehmen?

Ritter Ich wurde 2011 vom damaligen Präsidenten Bertram Jäger gefragt, ob ich die Führung der Specials Olympics Vorarlberg übernehmen wolle. Nach einer kurzen Bedenkzeit habe ich gerne zugesagt. Ich habe diese Entscheidung nie betreut. Seit 2013 bin ich im Vorstand von Special Olympics Österreich und seit 2018 Vizepräsident. Es ist für mich kein Rucksack, den ich da umgehängt bekomme, sondern eine große Ehre. Ich will die hervorragende Arbeit von Jürgen Winter als Präsident im Sinne unserer Sportler fortsetzen. Ich werde mich mit vollem Einsatz dieser intensiven Arbeit widmen, denn für mich ist es eine wunderschöne Möglichkeit, der Gesellschaft generell und unserer Gemeinschaft im Speziellen etwas zurückzugeben.

Ein paar Zahlen zum Thema: Wie viele Sportler sind involviert? Wie viele Trainer?

Ritter Es sind insgesamt rund 2500 Sportler mit Lizenz für Wettkämpfe, gesamt umfasst Special Olympics Österreich circa 8000 Sportler, rund 250 Trainer, bei nationalen Sommer- und Winterspielen sind zudem rund 1700 Freiwillige aktiv beteiligt.

Welche Bedeutung hat Sport für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung? Sind Special Olympics ein Ansporn zu mehr Bewegung in den Werkstätten und Einrichtungen?

Ritter Für Menschen mit mentaler Behinderung ist Sport sehr wichtig: Neben den gesundheitlichen Aspekten bringt Sport Struktur ins Leben, die Selbstständigkeit wird gefördert, es entsteht ein Teamgefühl, die Sportler lernen Entscheidungen zu treffen sowie Regeln zu verstehen und zu akzeptieren. Sport fördert auch das Selbstbewusstsein enorm und bringt den Respekt der Gesellschaft für die persönlich erbrachten Leistung.

Hat der Behindertensport in Zeiten von Corona gelitten? Waren im vergangenen Jahr Wettkämpfe möglich?

Ritter Die Folgen von Corona waren auch hier enorm. Die Kontakte fehlten, die Motivation zur sportlichen Betätigung lässt nach und auch die sportlichen Ziele und Wünsche fehlen uns sehr. Umso mehr gilt es jetzt, alle Hebel in Bewegung zu setzen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass alle Athleten wieder ihren Sport so ausüben können, wie sie es vor der Coronakrise getan haben. Wir werden um jeden einzelnen Sportler kämpfen. Ich bin optimistisch, dass wir in ein bis zwei Jahren zurückblicken können und sagen werden, dass wir als Special Olympics stärker als erwartet aus der Krise herausgekommen sind.

Der olympische Eid „Lass mich gewinnen! Aber wenn ich nicht gewinnen kann, dann lass es mich mutig versuchen“ der Special Olmypics ist ja ein ganz besonderer. Eine Haltung, der jeder und jede etwas abgewinnen kann?

Ritter Auf alle Fälle. Alle wollen gewinnen. Aber nicht alle können gewinnen. Das wissen auch unsere Sportler. Es ist für sie eine Charakterfrage.

Bludenz war Austragungsort der Special Olympics Summer Games 2002. Für viele Bludenzer ein unvergessliches Ereignis. Sind ähnliche Veranstaltungen wieder einmal geplant?

Ritter Die Sommerspiele 2002 waren ein wunderbares Ereignis. Nationale Sommer- und Winterspiele finden abwechselnd alle zwei Jahre statt. Als nächste Veranstaltung finden 2022 die Sommerspiele in Burgenland statt. 2024 stehen die Winterspiele in Schladming an. EM

Zur Person

Peter Ritter

wurde zum neuen Präsidenten von Special Olympics Österreich gewählt.

Geboren 22. Jänner 1952

Familie Verheiratet

Beruf Polizeibeamter in Pension

Hobbys Lesen, Reisen und als sportlicher Ausgleich Fechten