Aktuelle Impfeinladungen in Vorarlberg auf Eis gelegt

Vorarlberg / 16.03.2021 • 16:00 Uhr
Aktuelle Impfeinladungen in Vorarlberg auf Eis gelegt
Die Vorbehalte gegen das Vakzin von AstraZeneca wachsen. REUTERS

Bezüglich Einsatz von AstraZeneca wartet Vorarlberg auf Stellungnahme der Europäischen Arzneimittel-Agentur.

bregenz Die Skepsis gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca wächst auch bei den Impfwilligen in Vorarlberg. Am vergangenen Wochenende haben sich rund 400 von 12.500 eingeladenen Personen wieder abgemeldet. An diesem Wochenende wären 1600 Personen für eine Impfung mit AstraZeneca eingeplant, deren Einladung liegt jetzt aber vorläufig auf Eis. Die Zeitfenster könnten mit anderen Personen aufgefüllt werden. „Wir wollen abwarten, was die Europäische Arzneimittel-Agentur sagt und dem dann folgen“, erklärte Landeshauptmann Markus Wallner nach der Regierungssitzung. Er räumte ein: „Die Diskussion tut nicht gut“, aber: „Der Bevölkerung muss reiner Wein eingeschenkt werden.“ Impfen oder nicht impfen mit AstraZeneca darf laut Wallner jedoch keine politische, sondern kann nur eine fachlich-medizinische sein. Eine Stellungnahme der EMA ist für Donnerstag, angekündigt.

Bremswirkung

Bis dahin bleibt auch die Frage offen, was mit den erforderlichen Zweitimpfungen ist, wenn AstraZeneca tatsächlich aus dem Verkehr gezogen wird. In diesem Fall müsste Vorarlberg auch auf gut 8000 Impfdosen verzichten, die für die nächsten drei Wochen vorgesehen gewesen wären. Markus Wallner sprach von einer Bremswirkung auf den Impfplan. Gleichzeitig gab er sich optimistisch, das Impftempo beibehalten zu können, zumal für April eine größere Menge an Vakzinen von Biontech/Pfizer zugesagt ist. „Wer es schafft, die über 65-Jährigen und Hochrisikopatienten schnell zu impfen, hat die Chance, gut durchzukommen.“ Da sieht er Vorarlberg auf gutem Weg. So sind 14.000 von 20.000 über 80-Jährigen inzwischen geimpft, bei den 75- bis 84-Jähringen sind es 40 Prozent. In drei Wochen will das Land die Nadel bei gesunden über 65-Jährigen ansetzen.

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher betonte die Impfbereitschaft als wichtigen Aspekt, um vorwärts zu kommen. Das Aussetzen von AstraZeneca wäre ihrer Ansicht nach belastend. „Ich würde mich mit AstraZeneca impfen lassen“, fügte sie aufmunternd an. An diesem Wochenende sind 2500 Erst- und ebenso viele Zweitimpfungen geplant. Je nach Stellungnahme der EMA könnten auch die Impfkandidaten für den AstraZeneca-Impfstoff kurzfristig noch eingeladen werden. Gesamt sind in Vorarlberg über 47.000 Personen ein- oder zweimal geimpft.

Selbsttests kommen an

Neben dem Impfen ist das Testen zentraler Teil der mit den ersten Lockerungen verbundenen Strategie zur Verhinderung eines weiteren Lockdowns. Das Testangebot wird laut Sicherheitslandesrat Christian Gantner gut angenommen. Inzwischen sind wöchentlich 145.000 Tests möglich. Auch die Selbsttests scheinen anzukommen. Am Montag wurden 2192 unter Aufsicht durchgeführt und 236 sogenannte Wohnzimmertests eingemeldet. Die Rückmeldungen aus den Gemeinden, wo 200.000 Selbsttests für die Bevölkerung bereitliegen, sind ebenfalls positiv. Vor allem Vereine würden die Möglichkeit in Anspruch nehmen. Insgesamt wurden eine Million solcher Selbsttests für Vorarlberg angeschafft. Die Bitte der Regierungsmitglieder an die Bevölkerung: “Werden wie gemeinsam dem Vertrauensvorschuss gerecht.”