Dünser Dorfhus voll auf Schiene

Trotz Problemen mit Winter, Corona und dem Untergrund verlaufen die Bauarbeiten planmäßig.
Düns Die Errichtung des neuen Dorfhus ist für die kleine beschauliche Berggemeinde Düns durchaus als absolutes Großprojekt zu bezeichnen, dessen Umsetzung speziell in diesen herausfordernden Zeiten nicht als selbstverständlich gilt. Trotzdem oder gerade deswegen stehen die Gemeinde und Bürgermeister Gerold Mähr voll hinter dem Projekt: „Natürlich ist es eine finanzielle Belastung für Düns, aber das neue Dorfhus wurde langfristig geplant und ich sehe es auch als Verpflichtung der öffentlichen Hand, in schwierigen Zeiten die Konjunktur entsprechend zu beleben“, ist Mähr vom ursprünglich schon 2016 beschlossenen Neubau überzeugt.
Alle Anfangskomplikationen gelöst
Damals entschied man sich im Zuge eines Architekturwettbewerbs für die Pläne des Büros Dorner/Matt aus Bregenz, die Detailplanungen für das Mehrzweckgebäude im Dünser Zentrum erwiesen sich dann aber doch als hartnäckig. Immerhin, die nun vonstatten gehende Umsetzung erfolgt terminlich ebenso planmäßig wie die Einhaltung des vorgegebenen Finanzrahmens. Insgesamt investiert die Errichtergemeinschaft, bestehend aus Gemeinde und Konsumgenossenschaft, rund 2,65 Millionen Euro. Abgezogen werden können noch Förderungen aus dem Strukturfonds, der Bedarfszuweisung des Landes und aus dem Topf der Nahversorgungsförderung, deren jeweilige Höhe noch nicht final zu benennen ist, ohne die das Gesamtprojekt aber nicht darstellbar gewesen wäre.
Nach dem Abriss des alten Raika- und Konsumgebäudes Ende 2020 und diversen Vorarbeiten hat der eigentliche Bau nun voll Fahrt aufgenommen. Zu Beginn des Jahres, im Zuge der Aushubarbeiten, wurde dieser zwar noch durch die großen Schneemengen, unerwartete Probleme mit dem Untergrund und die drohende Instabilität der Baugrube vor allem durch den Eintritt von Grund- und Schmelzwasser eingebremst, mittlerweile sind diese Komplikationen aber gelöst, die Arbeiter bewegen sich wieder auf trockenen Füßen auf der Baustelle und die Verzögerungen wurden aufgeholt. Ganz aktuell laufen derzeit die Betonarbeiten am Untergeschoß, die insgesamt aber einen sehr überschaubaren Zeitraum einnehmen werden, womit dann in Bälde mit den Hochbauarbeiten gestartet werden kann.

Nach der geplanten Fertigstellung im Mai/Juni 2022 wird die Konsumgenossenschaft ihre Räumlichkeiten mit dem Dorfladen bestücken, der dann als das Kommunikationszentrum der Gemeinde dienen soll. Neben dem Laden selbst wird es ein Bistro-Café inklusive Möglichkeit eines Mittagstischs geben, der Mehrzweckraum soll für private Feierlichkeiten, aber auch für regionale Kleinkunst und Kultur sowie für Vereinsveranstaltungen genutzt werden. Neben drei Wohnungen wird auch eine gemeindeeigene Bücherei ihren Platz im Dorfhus finden.
Sonnenstrom und Holzfassade
Nicht vergessen wurde auf den ökologisch-nachhaltigen Aspekt. Auf dem Dach wird eine 30-KV-Photovoltaikanlage errichtet, die neben dem Dorfhus selbst auch das benachbarte Gemeindeamt mit Strom versorgen wird. Apropos Dach: Für den Dachstuhl und alle weiteren Holzarbeiten – der Werkstoff Holz wird für das Gebäude an Fassade und Dach absolut prägend sein – werden rund 150 Festmeter Holz aus den Dünser Wäldern verwendet. Ein Großteil der Auftragsvergaben, wie etwa die Baumeisterarbeiten durch die Firma Tomaselli aus Nüziders oder die Zimmererarbeiten durch die Firma Berchtel aus Schnifis, wurden und werden in der Region vergeben. Ein weiterer Pluspunkt für das neue Prunkstück, das im Frühsommer 2022 im Herzen von Düns eröffnet. CEG