Vorarlberger Kinderdorf: Fitness tanken statt Klinken putzen

Vorarlberger Kinderdorf mit Haussammlung der besonderen Art.
Bregenz Wie heißt es so schön: Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Kreativität ist also in vielen Bereichen nach wie vor ein Gebot der Stunde. Soziale Einrichtungen beispielsweise müssen weiterhin auf die für sie wichtigen Spendensammlungen verzichten. Das Vorarlberger Kinderdorf macht jetzt aus der Not eine Tugend und funktioniert die im April geplante Haussammlung zum Fitnesstraining um. Gesucht sind deshalb Menschen, die ihre mehr oder minder sportlichen Ambitionen dazu nutzen möchten, um den Spendenaufruf in Form von Türanhängern unters Volk zu bringen. „Damit schützen wir unsere Sammlerinnen und Sammler, aber auch die Leute, die wir sonst persönlich kontaktieren“, erklärt Evelyn Flatz. Die Kinderdorf-Mitarbeiterin geht mit gutem Beispiel voran und hat ihre Laufgruppe zum Mitmachen motiviert. Im April wird deshalb in Lustenau mit Türanhängern im Gepäck gejoggt.
Viele Möglichkeiten
Erstmals in der 70-jährigen Geschichte des Vorarlberger Kinderdorfs wird es für die Haussammlung kein Klinkenputzen geben. Stattdessen kommt die Bitte um Spenden per Anhänger im Briefkasten oder an der Haustüre. Rund 70.000 solcher Anhänger wurden dafür angefertigt. „Wir wollen möglichst viele Haushalte erreichen“, sagt Evelyn Flatz. Wie bleibt den Freiwilligen überlassen. Den Fortbewegungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Spaziergang oder Radausflug, mit Hund, Kinderwagen oder Kiki, auf dem Bike oder gemütlich auf dem Alltagsrad: „Wir hoffen, dass sich möglichst viele in das Chancengeber-Team einreihen.“
Daneben konnten fast alle der langjährigen Sammler für die Neuausgabe der Haussammlung begeistert werden. „Ich bewege mich an der frischen Luft, stärke auf diese Weise meine Gesundheit und kann gleichzeitig dazu beitragen, Kindern in Not Geborgenheit zu schenken“, sieht Rosemarie Wiedl in ihrem Einsatz ein Fitnesstraining mit Sinn. Julia Drexel (19) und Adrian Kappei (20) unternehmen wegen der Corona-Pandemie oft lange Spaziergänge. „Warum also nicht mitmachen?“, fragte sich das junge Paar. Gesagt. Getan. „Es ist ein tolles Gefühl, dass wir mit der Verteilung der Türanhänger helfen können, Kindern eine neue Chance zu geben.“ Die kontaktlose Art der Haussammlung finden beide super: „Die Sammler sind keiner gesundheitlichen Gefahr ausgesetzt. Die Spender können sich die Info in Ruhe ansehen und wir erreichen Menschen, die zum Sammelzeitpunkt vielleicht nicht zu Hause gewesen wären.“
Flexible Handhabung
Klaus Drexel beteiligt sich, weil es ihm, wie er sagt, extrem wichtig ist, benachteiligte Kinder zu unterstützen und ihnen die gleichen Chancen wie allen zu ermöglichen. „Da ich sehr gerne und sehr viel in der Natur unterwegs bin, kann ich mein geliebtes Hobby gleich dafür nutzen, um mich fit zu halten“, fügt er noch an. Zudem biete die Aktion ohne langes Läuten an Haustüren viel Flexibilität. Evelyn Flatz und ihre Freundinnen werden auf den Joggingrunden zwischen 200 und 400 Haushalte ablaufen. Sie ist zuversichtlich, dass die Menschen auch auf die Anhänger reagieren und ihre Herzen sowie Brieftaschen öffnen.
Anmeldungen unter Tel. 05574/4992-19 oder E-Mail: chancengeber@voki.at; weitere Infos unter www.vorarlberger-kinderdorf.at


