Der gemeinnützige Wohnbau zieht nach Viktorsberg

Vorarlberg / 08.03.2021 • 16:40 Uhr
Auf einer Fläche von rund 1460 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe des Hotels Viktor, des Gasthauses „Schöne Aussicht“ und dem Kloster soll die Wohnanlage entstehen. <span class="copyright">EGle</span>
Auf einer Fläche von rund 1460 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe des Hotels Viktor, des Gasthauses „Schöne Aussicht“ und dem Kloster soll die Wohnanlage entstehen. EGle

Im kommenden Jahr soll der Start für eine gemischte Wohnanlage erfolgen.

Viktorsberg Seit Jahren kennen die Grundstückspreise in Vorarlberg nur eine Richtung: steil nach oben. Eine Entwicklung, die ebenfalls vor dem vermeintlich beschaulichen Viktorsberg mit seinen etwas mehr als 400 Einwohnern nicht halt gemacht hat. „Die Bodenpreise sind in letzter Zeit geradezu explodiert“, bringt es Bürgermeister Philibert Ellensohn auf den Punkt. Dies bedeutet für die Gemeinde schlichtweg, dass insbesondere junge Familien abwandern. „Wer keinen Bauplatz hat, der kann in der Regel keinen kaufen und zieht in der Folge ins Tal“, fasst Ellensohn die Lage kurz zusammen. Für Viktorsberg langfristig eine fatale Entwicklung, denn dadurch geht der Gemeinde, der Schule und den Vereinen der Nachwuchs verloren. Auf jeden Fall Grund genug, um bereits 2017 proaktiv den Bedarf an leistbarem Wohnraum abzufragen, seit damals wird auch eine Bewerberliste geführt, die seitdem im niedrigen zweistelligen Bereich schwankt.

„Wer keinen Bauplatz hat, der kann in der Regel keinen kaufen und zieht ins Tal.“

Philibert Ellensohn
Bürgermeister Viktorsberg

Eigentum- und Mietwohnungen

Seit dieser Bedarfserhebung laufen auch Bemühungen, leistbaren Wohnraum in der Gemeinde zu schaffen, was nun in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden soll. Auf einem 1460 Quadratmeter großen Grundstück im Dreieck unterhalb des Klosters, des Hotels Viktor sowie des Gasthauses „Schöne Aussicht“ beabsichtigt die Firma Wilhelm und Mayer in Zusammenarbeit mit der Wohnbauselbsthilfe eine gemischte Wohnanlage, die erste ihrer Art in Viktorsberg, zu errichten.

Geplant ist ein vierstöckiger Bau inklusive Tiefgarage und Lift mit maximal zwölf Wohnungen. Die genaue Zahl ist ebenso noch offen wie die Aufteilung zwischen Eigentums- bzw. Mietkaufwohnungen. Hier sollen noch die genauen Möglichkeiten und Bedürfnisse der aktuellen Wohnungswerber abgefragt werden.

Baustart im kommenden Jahr

Auf jeden Fall bemüht man sich, die Anlage in das bestehende Ortsbild bestmöglich zu integrieren. So ist neben einem Satteldach auch eine Schindelbauweise und eine großzügige Grünfläche mit Spielmöglichkeiten geplant, wie erst vor wenigen Tagen in der erforderlichen Bauverhandlung erläutert wurde. Da in der Verhandlung keine entscheidenden Einsprüche eingelegt wurden, scheint das Projekt mit Baustart 2022 und Einzug 2023 soweit auf Schiene.

Die Vergabe der Wohnungen wird dann wie üblich über die Kommune, gemäß den Bestimmungen des Landes, erfolgen. Da dies für die Gemeinde Viktorsberg komplettes Neuland darstellt, wird man diesbezüglich eine Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Rankweil, die mit solchen Vergaben über langjährige Erfahrungen verfügt, anstreben. Das Grundziel ist für Bürgermeister Ellensohn aber klar: „Wie in anderen Anlagen in vergleichbaren Kleingemeinden, die wir uns auch angeschaut haben, sollen hier keine Ferienwohnungen oder Investorenobjekte, sondern primär leistbarer Wohnraum für junge Viktorsberger Familien geschaffen werden.“ CEG