Schnitzel mit Selbsttest

Vorarlberg / 04.03.2021 • 05:50 Uhr
Schnitzel mit Selbsttest
Geht es nach den Plänen der Landesregierung, sollen Restaurants ab 15. März wieder komplett öffnen. VN/PAULITSCH

Landesregierung plant Gastroöffnung mit Selbsttests, QR-Code und Onlineplattform.

Bregenz, Wien Vorarlbergs Modellregion nimmt Formen an. Am Mittwoch um 14 Uhr trafen sich virtuell Politiker und Experten des Landes mit ihren Pendants auf Bundesebene. Die Landesregierung präsentierte dem Gesundheitsministerium ihre Öffnungspläne. Wie berichtet, soll Vorarlberg aufgrund der niedrigeren Infektionszahlen als erstes Bundesland große Teile des Lockdowns beenden. Im Kultur-, Jugend- und Sportbereich sowie in der Gastronomie soll das Leben wieder starten. Die Frage lautet nur noch: Wie? Geht es nach den Vorstellungen des Landes, soll Coronaselbsttests eine entscheidende Rolle zukommen.

Am Montag kündigte Landeshauptmann Markus Wallner an, dass die Gastronomie auch drinnen öffnen darf. Am Dienstag widersprach das Gesundheitsministerium. Gleichsam betonten Verhandler auf ÖVP-Seite, dass eine Komplettöffnung geplant sei. Der Hickhack hat kommunikative Folgen: Am Mittwoch wollte sich niemand äußern. Landeshauptmann Wallner ließ über einen Mitarbeiter ausrichten: “Das Gespräch ist gut verlaufen. Jetzt werden die rechtlichen Details bearbeitet.” Nach VN-Informationen habe Wallner erklärt, streng in den Regeln, aber großzügiger in der Öffnung zu sein. Ein Pressesprecher von Gesundheitsminister Rudolf Anschober betonte nur: “Wir befinden uns in einem gemeinsamen Arbeitsprozess und Ergebnisse werden wir gemeinsam kommunizieren.” Fix ist: Die Experten des Landes erstellen nun die notwendigen Gesetzestexte und werden dem Ministerium am Montag ihre Ergebnisse präsentieren.

Mehr Tests

Klar scheint, dass Restaurants, Gastgärten, Kultur- und Sporteinrichtungen nur mit negativen Coronatests betreten werden dürfen. Er soll nicht älter als 48 Stunden sein, erläutert Landesrat Christian Gantner. Er ist in der Landesregierung sowohl für die Coronatests als auch für Gastronomie zuständig. Nun gehe es vor allem um die Frage, wie Tests verifiziert werden. “Da gibt es verschiedene Modelle. Eines sieht einen QR-Code vor, der sich auf jedem Test befindet. Wir versuchen ein möglichst fälschungssicheres System anzubieten.” Wer zu Hause einen Selbsttest ausführt, soll das Ergebnis mitsamt den persönlichen Daten online eintragen. Auch der QR-Code wird registriert. “Dann wird ganz normal wie beim Antigentest ein SMS gesendet”, fährt Gantner fort. “So kann ich ausschließen, dass jemand den Test noch einmal verwendet. Aber nicht, dass ein anderer den Test macht.” Es sei ein Abwägen zwischen Genauigkeit und Testmenge. “Wir kommen viel stärker in die Fläche.” In der Coronabekämpfung sei man derzeit im Übergang von den Antigentests zu den Selbsttests. “Da wollen wir vorangehen.”

Ob das Gesundheitsministerium mit diesem Plan einverstanden ist, steht noch nicht fest. Laut Ressort soll nur unter der Vorgabe der Kontrolle durch eine “offizielle Person” oder durch ein Labor der Eintritt möglich sein. “Selbsttests werden in den Apotheken abgegeben und dienen nur der Eigenkontrolle”, heißt es. Ob es eine Einigung gibt, lässt das Ministerium auf VN-Anfrage offen. Aber am 15. März soll geöffnet werden. Restösterreich folgt ab Ostern.